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"Zusammen erreichen wir viel"

Ostermärsche "Zusammen erreichen wir viel"

Aus vielen Städten Hessens sind Osterdemonstranten gestern per Sternmarsch nach Frankfurt gezogen.

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Ostermarschierer protestieren in Frankfurt gegen Waffenexporte nach Saudi-Arabien.Foto: Boris Roessler

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt. Mit einer zentralen Abschlusskundgebung in Frankfurt sind gestern die diesjährigen Ostermärsche der Friedensbewegung zu Ende gegangen. Auf dem Römerberg sprachen unter anderen die Pax-Christi-Vorsitzende Wiltrud Rösch-Metzler, Ibrahim Esen vom Türkischen Volkshaus in Frankfurt sowie eine Vertreterin des Kurdischen Frauenbüros vor rund 2000 Menschen, wie Willi van Ooyen vom Ostermarschbüro sagte. Die Teilnehmer seien in vier Demonstrationszügen aus zwei Frankfurter Stadtteilen, aus Offenbach und mit dem Fahrrad aus Darmstadt, gekommen, sagte van Ooyen.

Kritik an „militaristischer Werbung“ der Bundeswehr

Weitere Aktionen gab es gestern unter anderem in Hanau und Kassel sowie in Hamburg, München, Nürnberg und im Ruhrgebiet. Eine Kundgebung fand auch in Büchel in der Eifel vor dem Haupttor des Fliegerhorstes statt, wo die letzten in Deutschland stationierten Atomwaffen der USA in Deutschland vermutet werden.

Bei der Kasseler Kundgebung forderte der Marburger Friedensforscher Privatdozent Dr. Johannes M. Becker von der Politik eine Analyse und Bekämpfung von Fluchtursachen. Mit Blick auf Länder wie Syrien und den Irak kritisierte er laut Manuskript „die maßgeblich vom Westen vorangetriebenen Kriege“.

Mehrfach betonte er: „Es ist unerträglich, dass die Flüchtenden diese unsere Kriegspolitik nun mit dem Verlust ihrer Heimat und mit dem Tod bezahlen müssen.“ Er forderte unter anderem den Stopp jeglicher Rüstungsexporte, die Aufrechterhaltung des Asylrechtes, Friedensverhandlungen statt Militäreinsätze sowie eine Stärkung der Vereinten Nationen. Langfristig seien bessere Handelsbedingungen für Entwicklungsländer nötig. „Alleine erreichen wir wenig - zusammen erreichen wir viel“, ermutigte Becker die Demonstranten.

An den Ostermärschen hätten sich bis gestern insgesamt über 20000 Menschen beteiligt, sagte van Ooyen. Nach Angaben der regionalen Organisatoren gebe es damit eine stärkere Beteiligung als im Vorjahr. Bundesweit fanden über Ostern nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative etwa 80 Demonstrationen und Kundgebungen statt.

Alle Veranstaltungen verliefen „wie immer“ friedlich und reibungslos, stellte van Ooyen fest. Die Teilnehmer der Ostermärsche wandten sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und forderten ein Verbot von Kampfdrohnen sowie den Abzug aller Atomwaffen aus Europa. Die deutsche Politik sei für die Flucht Hunderttausender Menschen nach Europa mitverantwortlich, hieß es in den Aufrufen. „Eine klare Absage wird der militaristischen Werbung der Bundeswehr an Schulen, Hochschulen und Arbeitsagenturen erteilt“, teilte das Ostermarschbüro mit.

Auch am Karsamstag hatten Tausende Teilnehmer in vielen deutschen Städten für Frieden, Abrüstung und mehr Hilfe für Flüchtlinge demonstriert. In Berlin nahmen rund 2000 Menschen an einer Kundgebung unter dem Motto „Krieg ist Terror! Damit muss Schluss sein!“ teil. Rund 1000 Ostermarschierer gingen in hessischen Städten wie Wiesbaden, Fulda, Erbach, Bad Hersfeld und Gießen auf die Straße.(epd/sdi)

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