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Zollitsch kritisiert Tebartz-Fürsprecher Müller nach Rückendeckung

Kirchen Zollitsch kritisiert Tebartz-Fürsprecher Müller nach Rückendeckung

Im Streit um Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, einen hochrangigen Fürsprecher des Limburger Oberhirten in ungewöhnlich deutlicher Weise kritisiert.

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Erzbischof Robert Zollitsch fand deutliche Worte.

Quelle: B. Roessler/Archiv

Mannheim. "Es wundert mich, dass der alte Satz von Wittgenstein: "Wovon man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen' nicht beachtet wird", sagte Zollitsch (75) in einem Interview des "Mannheimer Morgen" (Donnerstag) über den deutschen Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller.

Der Präfekt der Glaubenskongregation hatte zuvor gesagt, der Prüfbericht der Kirche über die ausufernden Kosten für den Limburger Bischofssitz weise Tebartz-van Elst keine Verfehlungen nach, die das Bischofsamt unmöglich machten. Rückendeckung hatte der derzeit beurlaubte Bischof auch vom Präfekten des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, erhalten.

Im Vatikan wird der mit Spannung erwartete Prüfbericht zu den ausgeuferten Kosten des Limburger Bischofssitzes derzeit untersucht. Das letzte Wort hat dann der Papst. Die Debatte über die Zukunft von Tebartz-van Elst wird auch die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Münster (10.-13. März) überlagern.

"Es ist sehr bedauerlich, dass dieser Einzelfall zu einem zentralen Thema geworden ist und die wirklich wichtigen Fragen überlagert", sagte Zollitsch weiter. Die Bischofskommission habe für den Bericht alles sehr sachlich zusammengetragen. "Das ist eine gute Grundlage, damit die Bischofskongregation im Einvernehmen mit dem Papst gerecht entscheiden kann", sagte Zollitsch, ohne auf Details einzugehen.

Die von der Bischofskonferenz im vergangenen Oktober berufene Expertenkommission unter Leitung des Paderborner Weihbischofs Manfred Grothe sollte den Bau auf dem Limburger Domberg detailliert prüfen. Nach früheren Medienangaben enthält der Abschlussbericht keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Vergehen des Bischofs. Einen Zeitplan für die geplante Offenlegung des Berichts gibt es nicht. Dem Vernehmen nach hat auch Tebartz-van Elst den Bericht vorliegen.

dpa

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