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Zehn Minuten Zeit, um neugierig zu machen

Azubi Speed Dating Zehn Minuten Zeit, um neugierig zu machen

Zehn Minuten Small Talk, Nummern austauschen, weiter zum nächsten Tisch: Beim "Azubi-Speed-Dating" trafen gestern in Frankfurt Hunderte Jugendliche auf ihre potenziellen Arbeitgeber.

Frankfurt. Zwei Dates hat Marlene Di Santo schon hinter sich. „Es war sehr nett, am Ende haben wir Nummern ausgetauscht“, sagt sie. „Mal sehen, was sich daraus ergibt.“ Hinter ihr wuseln dutzende Jugendliche durch einen Saal, alle zehn Minuten wechseln sie die Gesprächspartner.

Di Santo ist allerdings nicht auf der Suche nach einem Freund - sie sucht eine Ausbildungsstelle als Veranstaltungskauffrau. Die 16 Jahre alte Schülerin ist eine von rund 500 Jugendlichen, die im Gebäude der Frankfurter Börse beim ersten „Azubi-Speed-Dating“ der IHK-Frankfurt auf 46 Unternehmen trafen, die nach Lehrlingen suchen. „Viele Firmen in Frankfurt finden auf dem klassischen Weg nicht genug Auszubildende“, sagt IHK-Vizegeschäftsführer Frank Markus Ziemer. „Wir hoffen, dass sie durch das Speed-Dating jemanden finden.“ Bei den Schülern warb man für die Veranstaltung vor allem über die Internetplattform Facebook. „So erreicht man Jugendliche heutzutage am besten“, sagt Ziemer. Die Unternehmen stellten sich im Internet kurz vor, die Bewerber präsentieren sich dagegen erst vor Ort.

Persönlicher Eindruck zählt

Wichtig ist vielen Unternehmen vor allem der persönliche Eindruck. „Man kann sich hier in relativ lockerer Atmosphäre kennenlernen“, sagt Tanja Herzog. Das Unternehmen, für das sie arbeitet, hat Ausbildungsplätze als Tourismuskaufmann oder -frau zu vergeben. „Wer uns neugierig macht, den laden wir zu einem ausführlichen Bewerbungsgespräch ein“, verspricht Herzog: „Zwei Kandidaten haben wir schon gefunden.“

Ein paar Meter entfernt von ihrem Tisch beobachtet Matthias Oppel von der Agentur für Arbeit das Treiben. „Wir haben 3000 registrierte Bewerber auf das Speed Dating aufmerksam gemacht“, sagt er. In anderen Städten haben die IHKs das Speed Dating längst etabliert. „Beim ersten Mal haben 17 Unternehmen und 200 Schüler teilgenommen“, sagt Alexander Uhr von der IHK Köln, die 2010 als erste IHK-Geschäftsstelle einen solchen Schnuppertag für Unternehmen und angehende Auszubildende organisierte. „2012 waren es schon 70 Unternehmen und 1000 Schüler.“

Die Aktion führt immer wieder auch zu Vertragsabschlüssen, wie Monika Lellmann betont. „Im vergangenen Jahr haben wir vier Ausbildungsplätze vergeben“, sagt die Personalreferentin eines Brand- und Wasserschutzsanierungsunternehmens: „Alle Stellen wurden mit jungen Menschen besetzt, die wir beim Speed-Dating kennengelernt haben.“

von Sebastian Eder

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