Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Wiesbaden will früherem OB und SS-Mann Ehrengrab aberkennen

Geschichte Wiesbaden will früherem OB und SS-Mann Ehrengrab aberkennen

Erich Mix war gleich zweimal Wiesbadener Oberbürgermeister: Von 1937 bis 1945 als NSDAP-Mitglied und hoher SS-Offizier. Von 1954 bis 1960 stand er als FDP-Mitglied an der Spitze der Stadt.

Voriger Artikel
Bouffier: Transitland Hessen muss von Maut profitieren
Nächster Artikel
In Frankfurt bleiben Geringverdiener unter sich     

Die Grabinschrift des ehemaligen OB Erich Mix.

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Wiesbaden. Jetzt will Wiesbaden dem 1971 gestorbenen Mix das Ehrengrab aberkennen. Der Magistrat der Stadt hat dies bereits mit großer Mehrheit beschlossen. Am Donnerstag (10. Juli) hat nun der Ältestenausschuss der Stadt das letzte Wort.

Mit seinem eindeutigen Bekenntnis zum Nationalsozialismus sei Mix nicht geeignet, mit einem Ehrengrab ausgezeichnet zu werden, sagt Christian Lahr, Büroleiter von Wiesbadens derzeitigem OB Sven Gerich (SPD). Bei einem Ehrengrab verpflichtet sich die Stadt, 50 Jahre lang für die Pflege aufzukommen. Es gibt davon rund 25 in Wiesbaden.

Mix war 1938 nach den Recherchen des Historikers Philipp Kratz an der sogenannten Arisierung jüdischen Vermögens in Wiesbaden beteiligt. Nach dem Krieg machte er als Prozessbevollmächtigter der Stadt den Restitutionsanspruch eines jüdischen Wiesbadeners streitig, den Mix zuvor selbst enteignet hatte. Mix, von 1961 bis 1963 FDP-Fraktionschef im Landtag, war von 1962 bis 1966 auch Vizepräsident des Parlaments.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr