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Wiesbaden will auf kritischen TV-Bericht über Klinik reagieren

Krankenhäuser Wiesbaden will auf kritischen TV-Bericht über Klinik reagieren

Eine Reporterin recherchiert in einem Wiesbadener Krankenhaus - als Praktikantin getarnt. Das Ergebnis ist ein kritischer TV-Bericht über Personalmangel und Hygieneprobleme. "Überrascht uns nicht", heißt es beim Gesundheitsamt.

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Der Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden, Sven Gerich (SPD).

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Wiesbaden. Nach einem kritischen Fernsehbericht über die hygienischen Zustände in einer Klinik hat Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich Konsequenzen angekündigt. Die dargestellten Mängel seien in einem Krankenhaus nicht zu akzeptieren, erklärte der SPD-Politiker am Dienstag. Erst recht nicht in einer Klinik, bei der die Stadt Mehrheitseigner sei. Die RTL-Sendung "Team-Wallraff - Reporter undercover" hatte für einen Bericht über Hygiene- und Personalprobleme in Krankenhäusern unter anderem in der Wiesbadener Dr.-Horst-Schmidt-Klinik (HSK) recherchiert. Gerich kündigte an, dass sich das Gesundheitsamt mit der Klinikgeschäftsführung in Verbindung setzen werde.

"Wir nehmen die Berichterstattung ernst, einige Reaktionen darauf machen uns sehr betroffen", erklärte der Betreiber, die Helios Kliniken GmbH. Die HSK-Kliniken hätten sich zum Zeitpunkt der RTL-Recherche im Mai 2015 mitten im Integrationsprozess nach der Übernahme durch Helios befunden, sagte eine Sprecherin. Das Filmmaterial der Notaufnahme zeige tatsächlich Probleme auf, die auch für Helios nach der Übernahme erkennbar gewesen seien. Mit der Umsetzung notwendiger Veränderungen sei im zweiten Halbjahr 2015 begonnen worden.

Es sei nicht richtig, wenn die Fernsehredaktion von einer wochenlangen Recherche spreche, sagte die Sprecherin. Eine als Praktikantin getarnte Reporterin sei acht Tage im Haus gewesen.

"Der RTL-Bericht überrascht uns nicht", sagte der kommissarische Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Wiesbaden, Michael Forßbohm, auf Anfrage. Die Behörde habe das Krankenhaus im vergangenen Jahr bei Begehungen achtmal kontrolliert, davon siebenmal unangekündigt. Die im Film aufgedeckten Hygienemängel "ziehen sich durchs ganze Haus", sagte Forßbohm. Sie seien vor allem auf Personalmangel zurückzuführen.

dpa

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