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Verteidigung beantragt im Völkermordprozess zehn Jahre Haft

Prozesse Verteidigung beantragt im Völkermordprozess zehn Jahre Haft

Im zweiten Frankfurter Prozess um den Völkermord in Ruanda hat die Verteidigung zehn Jahre Haft für einen früheren Bürgermeister aus dem zentralafrikanischen Land gefordert.

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Onesphore R., früherer Bürgermeister aus Ruanda, auf der Anklagebank.

Quelle: Frank Rumpenhorst/Archiv

Frankfurt/Main. Wenn überhaupt habe sich der heute 58-Jährige lediglich wegen Beihilfe, nicht aber als Mittäter strafbar gemacht, sagte seine Anwältin am Mittwoch in ihrem Schlussvortrag. Eine besondere Schwere der Schuld, die eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließen würde, dürfe mit Blick auf fast sechs Jahre Untersuchungshaft und eine bereits 21 Jahre zurückliegende Tat nicht festgestellt werden.

Die zweite Verteidigerin äußerte Zweifel, ob der Bürgermeister überhaupt für das Kirchenmassaker von Kiziguro mit mindestens 400 Toten verantwortlich gemacht werden könne. Er habe sich stets vor alle Bürger seiner Gemeinde gestellt - egal ob Hutu- oder Tutsi-Angehörige. In seinem Schlusswort bezeichnete sich Onesphore R. als unschuldig. Er wünschte den Richtern abschließend ein frohes Fest, was vom Vorsitzenden des Staatsschutzsenates, Richter Josef Bill, erwidert wurde. Das Gericht will am kommenden Dienstag (29. Dezember) das Urteil bekanntgeben.

dpa

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