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Umweltverband: Klimaschutz unterstützt Kampf gegen Terror

Umwelt Umweltverband: Klimaschutz unterstützt Kampf gegen Terror

Klimaschutz kann laut dem BUND bei der Bekämpfung von Terrorismus helfen. Wo weniger Krisen herrschen wegen Wetterkatastrophen und Missernten können Extremisten weniger Einfluss ausüben. Der Verband hofft deswegen auf ein Signal bei der Weltklimakonferenz in Paris.

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Ein ausgetrocknetes Flussbett.

Quelle: Arno Burgi/Archiv

Bad Hersfeld. Nach den Anschlägen von Paris hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) daraufhingewiesen, dass von der Weltklimakonferenz in der französischen Hauptstadt ein den Frieden förderndes Signal ausgehen kann. Dafür seien mehr Anstrengungen für den weltweiten Klimaschutz nötig. Der Ausstoß von Treibhausgasen und die Erderwärmung müsse reduziert werden, um Wetterkatastrophen und Missernten zu verhindern. "Dürren und Wasserknappheit sind weltweit Auslöser für Krisen und Kriege, die sich Terroristen zunutze machen. Wo Armut in Krisenstaaten steigt, steigt auch das Potenzial für Extremismus", sagte BUND-Sprecher Rüdiger Rosenthal.

Der Umweltschutzverband mit 530 000 Mitgliedern und Förderern wird bei seiner Jahrestagung im hessischen Bad Hersfeld von Freitag bis Sonntag auch den Weltklimagipfel in Paris vom 30. November bis 12. Dezember in den Blick nehmen. Der BUND fordert, dass in Paris eine strenge und verbindliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes beschlossen wird. Die globale Erwärmung müsse auf unter 1,5 Grad beschränkt werden. Die Staaten sollen sich dazu verpflichten, bis spätestens 2050 aus der Verstromung von Kohle, Öl und Gas auszusteigen.

Um die Energiewende zu beschleunigen und den Zugang zu sauberem Strom auch in armen Ländern breiten Bevölkerungsschichten zu ermöglichen, müssten Subventionen für fossile Energieträger gestoppt werden, rät der BUND. Erneuerbare Energien sollten dezentral gefördert werden.

Auf nationaler Ebene steht eine ökologischere Landwirtschaft auf der Agenda der Jahrestagung. So soll eine Resolution verabschiedet werden, die ein Verbot neuer Anlagen zur Massentierhaltung vorsieht. "Wir wollen artgerechte Tierhaltung fördern und haben mit unserem Einsatz bereits bundesweit innerhalb eines Jahres den Bau von rund 30 Ställen zur Massentierhaltung verhindert", sagte Rosenthal. Über das Baurecht und das Immissionsschutzgesetz gebe es Möglichkeiten, die Errichtung von Anlagen für Tausende Tiere zu unterbinden.

Der BUND beschäftigt sich auch mit dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Der Verband will bewirken, dass das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verboten wird. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit äußerte jüngst die Einschätzung, dass Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend ist. Dagegen hatte die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO  das Mittel noch Ende Juli als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

dpa

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