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Über 2000 Lärmgegner bei 100. Montags-Demo

Demonstrationen Über 2000 Lärmgegner bei 100. Montags-Demo

Unter ohrenbetäubendem Krach von Trommeln, Rasseln und Pfeifen haben am Montag im Frankfurter Flughafen Tausende Lärmgegner zum 100. Mal lautstark ihrem Ärger Luft gemacht.

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Demonstration vor dem Terminal am Flughafen.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main. An der Jubiläums-Demo in der Abflughalle von Terminal Eins nahmen auch zahlreiche Landes- und Kommunalpolitiker teil. Den hessischen Wirtschaftsminister Tarek al-Wazir (Grüne) empfingen die Demonstranten mit Buh-Rufen. Die Polizei sprach von mehr als 2300 Teilnehmern, ein Sprecher der Fluglärm-Gegner nannte die Zahl von 4000.

Unter tosendem Beifall erneuerten Vertreter der rund 80 Bürgerinitiativen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet die Forderungen der Fluglärmgegner: Ein Nachtflugverbot von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr, Verzicht auf den Bau des dritten Terminals, eine Begrenzung der Flugbewegungen und die Schließen der 2011 eröffneten Nordwestlandebahn. "Wir könnten morgen weg sein, wenn Fraport auf unsere Forderungen eingehen würde", ruft ein Redner.

Unter die Demonstranten mischten sich unter anderem die rheinland-pfälzischen Minister für Gesundheit und Bildung, Alexander Schweitzer und Doris Ahnen, die Oberbürgermeister von Wiesbaden, Sven Gerich, Mainz, Michael Ebling (alle SPD) und Frankfurt, Peter Feldmann sowie der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel. Keiner von ihnen redete zu den Demonstranten.

Auf die unfreundliche Begrüßung reagierte Verkehrsminister Al-Wazir gelassen. Ihm sei klar gewesen, dass die Leute bei seiner Anwesenheit nicht in Jubel ausbrechen würden, sagt er am Rande der Demo. Er sei nicht derjenige, der die Nordwestlandebahn gebaut habe.

Die Bürgerinitiativen hatten im Vorfeld der Jubiläums-Demo auch von der CDU Anerkennung für ihre Hartnäckigkeit erhalten: Länderübergreifend stellte sich die Union bei einer gemeinsamen Sitzung der Fraktionsspitzen hinter den Kampf gegen Lärm. Die rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner sagte, 100 Demonstrationen in zweieinhalb Jahren auf die Beine zu stellen sei eine Leistung. Die Initiativen hätten einen Dialog angeregt. Ihr hessischer Amtskollege Michael Boddenberg meinte, obwohl die CDU nicht immer ihre Ansichten teile, machten die Initiativen viele kluge Vorschläge.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) beglückwünschte das Bündnis der Initiativen und ermutigte die Demonstranten, ihren Protest fortzusetzen, bis es rund um den Flughafen leiser geworden ist.

dpa

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