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Terrorverdächtiger Tunesier: Noch kein Haftbefehl aus Tunis

Terrorismus Terrorverdächtiger Tunesier: Noch kein Haftbefehl aus Tunis

Eine Woche nach der Festnahme eines terrorverdächtigen Tunesiers in Frankfurt liegt den deutschen Behörden noch immer kein Haftbefehl aus dem nordafrikanischen Staat vor.

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Alexander Badle, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Frankfurt/Tunis. Das Auslieferungsersuchen der Tunesier basiere auf einer Fahndungs-Ausschreibung von Interpol, in der der Anschlag auf das Bardo-Museum im März 2015 mit 20 Toten und ein Angriff ein Jahr später in der tunesisch-libysche Grenzstadt Ben Guerdane genannt seien, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Alexander Badle am Mittwoch. Worauf der Haftbefehl gegen den 36-Jährigen genau laute, sei erst klar, wenn dieser vorliege.

Das Außenministerium in Tunis hatte am Dienstag erklärt, dass die Identität des Festgenommenen derzeit noch nicht klar sei und geprüft werde. Aus tunesischen Justizkreisen hieß es, dass in Tunesien niemand im Zusammenhang mit dem Bardo-Anschlag gesucht werde, dessen Name auf den des Festgenommenen passe. Im Schriftverkehr zwischen den beiden Staaten sei nun von einem anderen Anschlag die Rede, sagte Badle am Mittwoch, allerdings seien diese Angaben noch eher kryptisch.

Der Tunesier sitzt in Hessen jedoch in U-Haft, sondern weil ihm vorgeworfen wird, für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Deutschland einen Anschlag geplant zu haben. Die Auswertung der bei der Razzia vor einer Woche sichergestellten Speichermedien wird voraussichtlich noch Monate dauern. 54 Gebäude waren durchsucht worden, darunter 4 Moscheen: 3 in Frankfurt und eine in Offenbach. Die Ermittlungen richten sich auch gegen 15 mutmaßliche Unterstützer des Tunesiers aus Hessen.

dpa

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