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Suedlink-Trasse: Hessen freut sich über Berliner Kompromiss

Energie Suedlink-Trasse: Hessen freut sich über Berliner Kompromiss

Hessens schwarz-grüne Regierung und die SPD-Opposition haben begrüßt, dass beim Ausbau der großen Stromnetze von Nord nach Süd teure Erdkabel eingesetzt werden sollen.

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Hessens Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Quelle: Uwe Zucchi/Archiv

Wiesbaden/Fulda. Die Regierung in Wiesbaden habe dies früh gefordert, erklärte Energieminister Tarek Al-Wazir in Wiesbaden am Donnerstag zur Einigung der Koalitionsspitzen in Berlin. Die Akzeptanz der Bevölkerung sei wichtig. Man dürfe bei den Planungen aber auch nicht die Kosten aus dem Blick verlieren, räumte der Grünen-Politiker ein.

Die Forderung nach dem Vorrang der Erdverkabelung sei erfüllt, erklärte auch der SPD-Abgeordnete Timon Gremmels. Große Genugtuung herrscht bei den Bürgerinitiativen, die gegen die Trassenführung in Nord- und Osthessen kämpfen. Mit Erdkabeln sei das Horrorszenario von mehr als 70 Meter hohen Monster-Strommasten Geschichte, sagte der Vorsitzende Guntram Ziepel der Nachrichtenagentur dpa in Fulda. Es bleibe aber abzuwarten, ob die Ankündigungen nur Lippenbekenntnisse seien.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und CSU-Chef Horst Seehofer hatten sich in der Nacht zum Donnerstag verständigt, dass die Stromautobahnen vorrangig erdverkabelt werden sollen. Angesichts des Widerstands der örtlichen Bevölkerung sollen außerdem stärker als bisher vorgesehen bestehende Trassen genutzt werden. Durch Nord- und Osthessen führt die von der Nordsee nach Bayern führende Suedlink-Trasse, die bis 2022 gebaut werden soll.

Damit ist nach Al-Wazirs Worten "der plumpe Versuch" Bayerns, Suedlink nach Westen und damit auf eine Strecke quer durch Hessen und Baden-Württemberg zu verschieben, vom Tisch. Nach Überarbeitung der Suedlink-Planungen durch Bundesnetzagentur und Stromnetzbetreiber werde man die verschiedenen Trassen bewerten. "Einseitige Geschäfte zu Lasten Hessens" werde es nicht geben.

Auch die SPD-Opposition kündigte an, den genauen Trassenverlauf genau zu überprüfen. Die FDP bezeichnete dagegen den Koalitionskompromiss als "teure Extrawurst" für Seehofer, den der Rest Deutschlands bezahlen müsse. Erdkabel seien derzeit vier- bis zehnmal so teuer wie Freileitungen, kritisierte Fraktionschef Florian Rentsch. Auch für Erdkabel müssten 40 Meter breite Schneisen in den Wald geschlagen werden.

Für die Bürgerinitiativen steht auch fest, dass wegen der Erdverkabelung die Trassenführung neu erarbeitet werden müsse. Klar sei aber, dass die Trasse weiter durch Hessen führe werde, sagte Ziepel.

dpa

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