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Studie: In Hessen fehlen 8600 Erzieher und Erzieherinnen in Kitas

Kindergärten Studie: In Hessen fehlen 8600 Erzieher und Erzieherinnen in Kitas

Für eine hochwertige frühkindliche Bildung benötigen die Kitas in Hessen einer Studie zufolge gut 8600 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher. Dies würde die Personalkosten von bisher fast 1,1 Milliarden Euro um 34 Prozent oder 373 Millionen Euro erhöhen, hat die Bertelsmann Stiftung berechnet.

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Bei der Kinderbetreuung schneidet Hessen schlecht ab.

Quelle: S. Kahnert/Archiv

Wiesbaden/Gütersloh. Aus dem am Freitag veröffentlichten "Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme" geht hervor, dass sich eine Fachkraft in Hessen durchschnittlich um vier Krippenkinder kümmern muss.

Der westdeutsche Durchschnitt liegt bei 3,8 Kindern pro Fachkraft, in Ostdeutschland ist eine rechnerisch für 6,3 Krippenkinder zuständig. Die Stiftung empfiehlt, dass bei den unter Dreijährigen ein Erzieher für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Es müsse bundesweit geltende Qualitätsstandards im Bundes-Kita-Gesetz geben, forderte Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand.

Vor allem bei Kitas für Kinder ab drei Jahren schneidet Hessen schlecht ab: Der Studie zufolge ist eine Fachkraft durchschnittlich für 9,8 Mädchen und Jungen zuständig. Einen schlechteren Personalschlüssel habe bei den westdeutschen Bundesländern nur das Saarland. Insgesamt liegt der Personalschlüssel im Westen bei 1 zu 9,1 und im Osten bei 1 zu 12,7. Für den Kindergarten sollte der Personalschlüssel laut Stiftung aber nicht schlechter als 1 zu 7,5 sein.

Das Familienministerium bezeichnete die Datenbasis der Studie mit Stichtag am 1. März 2013 als "aus hessischer Sicht veraltet". Seitdem erzielte Erfolge und Anstrengungen wie das Kinderförderungsgesetz fänden darin keinen Niederschlag, sagte Sprecherin Esther Walter. Auch die Erzieherausbildung in Hessen sei vorangebracht worden und ein deutlicher Anstieg der Erzieher in Ausbildung zu verzeichnen.

"Die Landesregierung hat leider nur darauf gesetzt, mehr Plätze zu schaffen", sagte dagegen der SPD-Abgeordnete Gerhard Merz. Die Qualität der Betreuung sei hingegen nachrangig behandelt worden. Auch die Linken forderten mehr gut ausgebildete Fachkräfte. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) erklärte, gemeinsam mit allen Beteiligten müsse überlegt werden, wie Erzieherinnen und Erzieher besser unterstützt werden könnten.

Seit 1. August 2013 haben Eltern von unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot - entweder in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Es fehlen aber trotz Zuwachses vor allem im Westen in den vergangenen Jahren noch Plätze. Zum 1. März 2014 stand bundesweit für knapp 662 000 Kinder unter drei Jahren ein Platz zur Verfügung. Das waren 32,5 Prozent der Kleinkinder in diesem Alter. Ursprünglich sollte es bis Inkrafttreten des Rechtsanspruchs 750 000 Betreuungsangebote geben.

dpa

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