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Sicherheit an Silvester: Frankfurt kontrolliert Zugang zum Main

Kriminalität Sicherheit an Silvester: Frankfurt kontrolliert Zugang zum Main

Frankfurt reglementiert erstmals an Silvester den Zugang zum Main und verbietet Feuerwerk rund um den Eisernen Steg. Vor dem Wiesbadener Kurhaus ist Böllern ebenfalls tabu und es gibt Kontrollen. Auch andere Städte feilen an ihrem Sicherheitskonzept.

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Im Morgenlicht spiegelt sich in Frankfurt am Main der Eiserne Steg.

Quelle: Frank Rumpenhorst/Archi

Frankfurt/Main. Die Stadt Frankfurt richtet erstmals an Silvester Sicherheitszonen am Main ein. Wer das neue Jahr auf dem beliebten Eisernen Steg oder am nördlichen Flussufer begrüßen will, wird kontrolliert und muss auf Feuerwerkskörper und große Taschen verzichten. "Sicherheitsbereich bedeutet ein Bereich, in dem unsere Familien sicher feiern können", sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) am Dienstag. "Wir sprechen damit eine Einladung für Menschen aus, die friedlich und fröhlich Silvester feiern wollen." Abgewiesen werden könnten beispielsweise Betrunkene oder aggressive Menschen. Sekt zum Anstoßen - also Glasflaschen - sind erlaubt.

Andere hessische Städte wie Kassel, Wiesbaden, Darmstadt und Fulda setzen vor allem auf mehr Polizei als sonst. In Wiesbaden ist aber auch ein Böllerverbot mit Sicherheitszone und Zugangskontrollen vor dem Bowling Green am Kurhaus geplant. Fulda setzt auf Videoüberwachung. "Wir überdenken unser Silvester-Konzept vor dem Hintergrund des Anschlags in Berlin noch einmal", sagte die Darmstädter Polizeisprecherin Andrea Löb. "Abgitterungen sind aber noch nicht geplant."

Die Stadt Frankfurt reagiert mit ihrem Konzept auf die Übergriffe in der vergangenen Silvesternacht in Köln und Frankfurt. In der Mainmetropole war es rund um den Eisernen Steg zu mehr als 60 Übergriffen auf Mädchen und Frauen gekommen. Zudem sei die beliebte Main-Fußgängerbrücke in den vergangenen Jahren auch zu voll gewesen, außerdem seien Feuerwerkskörper gezündet worden.

Die Einlasskontrollen in den ab Silvesterabend um 21.00 Uhr abgesperrten Bereich übernehmen Polizei und Sicherheitskräfte. "Wir sind dem Ansturm von vielen Zehntausend Menschen gewachsen." Derzeit seien rund 20 Zugänge zum Sicherheitsbereich geplant. Das Konzept werde aber nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt möglicherweise noch etwas verändert.

Außer den Bauzäunen und Beton-Sperren sollen mobile Videotechnik und eine Lautsprecheranlage am Main für Sicherheit sorgen. Neben mehr Polizeipräsenz in der Stadt sind auch sichtbare Stationen von Polizei und Rettungskräften für Notfälle und Anzeigen von Übergriffen geplant. Mit dem Aufbau der Sicherheitszone werde bereits am Freitag vor Silvester begonnen, Main- und Untermainkai sind für den Verkehr gesperrt. Die Kosten der Stadt bezifferte Frank auf einige Hunderttausend Euro.

Zum Sicherheitsbereich gehören der Eiserne Steg, seine beiden Brückenköpfe und die Grünanlage im Süden. Darüber hinaus sind am nördlichen Mainufer die Straßen Untermainkai und Mainkai zwischen den Kreuzungen Neue Mainzer Straße und Kurt-Schumacher-Straße/Fischerplätzchen abgesperrt. Auch die Grünanlagen in diesem Abschnitt, der sich von der Untermainbrücke bis zur Alten Brücke erstreckt, gehören nach derzeitigem Stand in die besonders geschützte Zone.

Die Polizei in Kassel hat ihr Sicherheitskonzept für Silvester nach den Übergriffen in der letzten Silvesternacht in Köln angepasst. Es ist mehr Polizei im Dienst. Es sei aber nicht geplant, bestimmte Straßenzüge oder Plätze zu sperren, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. "Wir haben aber keine Großveranstaltungen in der Öffentlichkeit im Außenbereich wie etwa in Köln."

Die Stadt Fulda hat die für die Silvesternacht geplante Videoüberwachung in der Innenstadt nach den Anschlägen in Berlin vorgezogen. "Sie wird ab dem heutigen Tage auf dem Universitätsplatz und Unterm Heilig Kreuz aktiviert", sagte Polizei-Sprecher Martin Schäfer.

dpa

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