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Salafismus-Bekämpfung: Polizei und Wissenschaft kooperieren

Extremismus Salafismus-Bekämpfung: Polizei und Wissenschaft kooperieren

Warum werden junge Menschen zu radikalen Islamisten? Zu der Frage gibt es Forschern zufolge bislang nur Hypothesen. Mit mehr Wissen könnte es bessere Ansätze für die Prävention geben.

Wiesbaden. Im Kampf gegen Salafismus holt sich das hessische Landeskriminalamt (LKA) zusätzlichen wissenschaftlichen Beistand ins Boot. Präsidentin Sabine Thurau unterzeichnete am Dienstag einen Kooperationsvertrag mit dem Forschungszentrum Globaler Islam der Frankfurter Goethe-Universität. Die Wissenschaftler untersuchen unter anderem, wie sich Salafisten in Hessen organisieren. "Das Rhein-Main-Gebiet ist einer der Hotspots", sagte die Leiterin des Forschungszentrums, Susanne Schröter.

LKA-Präsidentin Thurau ergänzte: "Das Phänomen ist längst nicht mehr in der Stadt geblieben, sondern auch in ländliche Gebiete gegangen." Den Behörden seien 130 Islamisten bekannt, die aus Hessen ausgereist sind, um für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu kämpfen. Rund ein Fünftel davon seien Frauen, 25 der Ausgereisten seien inzwischen gestorben.

Schröter arbeitet mit ihrem Team etwa an der Frage, warum junge Deutsche sich radikalisieren. Dazu gebe es bislang nur Hypothesen. "Was treibt sie? Die Erfahrung von Ausgrenzung allein bietet keine ausreichende Erklärung", sagte die Professorin. Denn auch Sprösslinge aus dem gut situierten Mittelstand ließen sich vom IS anwerben. Weiß man mehr über die Beweggründe, dann kann man die Vorbeugung darauf abstimmen. Ziel der Kooperation sind Handlungsempfehlungen für Lehrer und Sozialarbeiter sowie Stadtplaner, Integrationsstellen und Sicherheitsbehörden.

Für die Präventionsarbeit sei es denkbar, auch desillusionierte Rückkehrer aus Kampfgebieten zu gewinnen, sagte Schröter. Potentiell gefährdete Jugendliche könnten mit einem "Realitäts-Check" unter Beteiligung solcher Rückkehrer womöglich von einer Radikalisierung abgehalten werden.

Das Kooperationsprojekt sieht unter anderem vor, dass die LKA-Ermittler den Wissenschaftlern Daten zur Verfügung stellen - soweit dies mit der Geheimhaltung vereinbar ist.

dpa

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