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SAP-Mitgründer Hopp soll EBS finanziell retten

Hochschulen SAP-Mitgründer Hopp soll EBS finanziell retten

Wenige Tage nach Ablösung ihres Präsidenten haben die neuen Führungsgremien der hoch verschuldeten Eliteuni EBS Optimismus verbreitet - wieder einmal. Auf dem Weg zur finanziellen Gesundung soll der Stiftung des SAP-Mitgründers Dietmar Hopp eine Schlüsselrolle zufallen.

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Der SAP-Gründer Hopp will bei der EBS-Rettung helfen.

Quelle: Uwe Anspach/Archiv

Wiesbaden. Der Milliardär habe zugesagt, die von Abgängern der European Business School eingetriebenen Spenden zu verdoppeln, sagte Geschäftsführer Holger Follmann am Montag in Wiesbaden.

Vier Millionen Euro sollen dabei dieses Jahr einmalig in die EBS-Kasse gespült werden. Zwei Millionen hofft die EBS, von ihren meist sehr gut verdienenden Absolventen einzutreiben. Dieselbe Summe würde Hopp, der selbst nie an der EBS studiert hat, drauflegen. Die Lage der EBS, die sich mit der expansiven Gründung der Law School unter dem damaligen Präsidenten Christopher Jahns verhoben hat, ist prekär. Die Gesamtschulden beliefen sich nach Angaben einer Sprecherin bislang auf rund 13 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr lag das Minus bei 10,1 Millionen Euro. Nur der Hopp Stiftung und dem Alumni-Verein hat die EBS zu verdanken, dass das negative Eigenkapital halbiert wurde - denn die haben bereits auf die Rückzahlung von Darlehen in Höhe von 2,6 Millionen Euro verzichtet. Die Hausbanken gewährten der EBS einen Teilverzicht in Höhe von 2,8 Millionen Euro.

"50 Prozent des Weges haben wir hinter uns", sagte Follmann. Er stellte weitere Großspenden in Aussicht. Eine Million Euro habe bereits ein Mitglied des Stiftungsvorstands zugesagt. Im operativen Geschäft hofft die Hochschule, im Verlauf des Jahres die Gewinnschwelle zu erreichen. Derzeit studieren dort rund 1600 Studenten, 300 davon an der Law School.

Bei deren Aufbau wurden in den vergangenen Jahren Millionen Euro Landesgeld zweckentfremdet. Jahns wurde gefeuert - der Imageschaden für die EBS war immens. Wegen ihrer wirtschaftlichen Probleme hat die Hochschule ein Drittel ihrer Professoren verloren, wie am Montag eingeräumt wurde. Derzeit sind es 36.

Jetzt setzt die EBS auf eine engere Verzahnung von Business und Law School, weil man hier ein "Alleinstellungsmerkmal" sieht, wie EBS-Aufsichtsratschef Winfried Zimmermann, Vorstand beim Hamburger Otto-Konzern, sagte.

Die Umsetzung der neuen Strategie mit neuem Teamgeist wurde dem erst vor eineinhalb Jahren geholten Präsident Rolf Wolff nicht zugetraut, wie deutlich herauszuhören war. Dieser geht zum 30. September. Wann und ob überhaupt ein neuer Präsident kommt, ist unklar.

dpa

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