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Raphael Gross: Geschichtsinteresse schützt nicht vor Antisemitismus

Gesellschaft Raphael Gross: Geschichtsinteresse schützt nicht vor Antisemitismus

Interesse an Geschichte schützt nach Ansicht des Museumsdirektors und Historikers Raphael Gross nicht zwingend vor Antisemitismus. "Es ist nicht schlimm, wenn man sich für jüdische Geschichte nicht interessiert", sagte der scheidende Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt und frühere Direktor des Fritz-Bauer-Instituts "etwas provokativ" der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag).

Frankfurt/Main. "Und es gibt auch viele Antisemiten, die sich exzessiv für diese Themen interessieren. Das eine bedingt nicht das andere."

Seit April leitet Gross das Simon-Dubnow-Institut in Leipzig, das Frankfurter Jüdische Museum führt er bis Jahresende weiter. 2016 soll Mirjam Wenzel vom Jüdischen Museum in Berlin seine Nachfolge antreten. Sein Weggang habe nichts mit mangelndem Rückhalt zu tun, sagte Gross im Interview. "Niemals hab' ich in meinem Leben mehr Unterstützung von so vielen Menschen aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik erlebt wie in Frankfurt am Main."

Das Jüdische Museum Frankfurt wird bis 2017 umgebaut und erweitert, der Altbau wird saniert und durch einen Neubau ergänzt. An diesem Wochenende ist die bisherige Ausstellung zum letzten Mal geöffnet. Die Erweiterung sei unumgänglich, findet Gross: Das Haus könne in seinem derzeitigen Zuschnitt "den neu an das Museum und seine Themen herangetragenen Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden".

dpa

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