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Psychologe: Sich nicht unterkriegen lassen

Kriminalität Psychologe: Sich nicht unterkriegen lassen

Die Bevölkerung ist ihren Ängsten nach dem Anschlag in Berlin nach Ansicht des Sozialpsychologen Ulrich Wagner nicht wehrlos ausgeliefert. Politik, Behörden und auch jeder einzelne Bürger können nach seiner Einschätzung einiges tun, um dem sich ausbreitenden Gefühl der Unsicherheit entgegen zu wirken.

Marburg. Sich der "angstauslösenden Situation zu stellen und Weihnachtsmärkte weiter zu besuchen", könne helfen, Ängste in den Griff zu bekommen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Der demonstrative Besuch von Weihnachtsmärkten sei auch unter gesellschaftlicher Perspektive sinnvoll, fügte der Marburger Konfliktforscher hinzu. Amoktätern und Terroristen gehe es nicht um die direkten Opfer. Sie wollten vielmehr in der Gesellschaft Angst und Schrecken verbreiten, um damit gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. "Davon sollten wir uns nicht unterkriegen lassen und das mit unseren Weihnachtsmarktbesuchen demonstrieren", sagte er. Politik und Medien wiederum müssten die unnötige Dramatisierung von Ereignissen vermeiden. Dazu gehöre, auf besonders grausame bildliche Darstellungen zu verzichten.

Langfristig könnten vor allem "Maßnahmen der Prävention" helfen, sagte Wagner. "Wir wissen recht viel darüber, warum Menschen zu Amoktätern oder Terroristen werden. Hier gilt es präventiv einzugreifen, um so zunehmender Gewalt durch Austrocknung der potenziellen Rekrutierungsbasis den Boden zu entziehen."

dpa

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