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Prozess gegen früheren EBS-Präsidenten Jahns geplatzt

Prozesse Prozess gegen früheren EBS-Präsidenten Jahns geplatzt

Das Untreue-Verfahren gegen den früheren EBS-Präsidenten Christopher Jahns ist vorläufig eingestellt. Das Landgericht Wiesbaden begründete die Entscheidung am Dienstag mit einem neuen ärztlichen Gutachten, nach dem Jahns noch weitere zwei Monate nicht verhandlungsfähig ist.

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Christopher Jahns sieht bei sich keine Schuld.

Quelle: Boris Roessler/Archiv

Wiesbaden. Trotzdem ist Jahns juristisch noch nicht aus dem Schneider: Das Verfahren soll neu aufgerollt werden, wenn der Ex-Chef der privaten European Business School wieder gesund ist.

Die Anklage wirft Jahns vor, er habe 180 000 Euro von der EBS der früheren Schweizer Beratungsfirma BrainNet zugeschanzt. An dem Unternehmen war der Ex-Präsident der Wiesbadener Elitehochschule beteiligt. Er hat die Vorwürfe sowohl in den Ermittlungen seit 2011 wie auch vor Gericht bestritten. Der Mammutprozess mit bislang über 40 Verhandlungstagen zog sich seit April 2013 hin.

Seit Juli ist Jahns krank, er wird wegen Depressionen in einem Krankenhaus in Berlin behandelt. So verstrichen die Fristen für eine Fortsetzung der Hauptverhandlung. Die Wirtschaftsstrafkammer unter Vorsitz des Richters Jürgen Bonk musste das Verfahren deshalb vorläufig einstellen. Die Kammer erklärte aber: "Nach der Wiederherstellung der Verhandlungsfähigkeit erfolgen die Neuaufnahme des Verfahrens und ein Neubeginn der Hauptverhandlung von Amts wegen durch das Gericht oder auf Antrag der Staatsanwaltschaft."

Die Jahns-Seite übte massive Kritik an der Wiesbadener Justiz: Sie habe einen Scherbenhaufen produziert. "In einem fast vierjährigen Verfahren sind Millionenkosten produziert worden, wurden die Vorwürfe, die zu dem betriebenen Verfahrensaufwand ohnehin in einem krassen Missverhältnis stehen, bis heute nicht bewiesen", sagte Jahns-Sprecher Dirk Metz. Der Angeklagte sei gesundheitlich schwer angeschlagen, arbeitslos und habe seine soziale Reputation verloren.

Jahns hatte die Geschäfte der privaten Wirtschaftshochschule im Rheingau stark ausgeweitet und mit Geld vom Land auch eine Jura-Fakultät aufgebaut. In der EBS blieb dieser Kurs aber umstritten, zwei Professoren spielten Informationen über Jahns Geschäfte mit BrainNet der Presse zu. Jahns wurde 2011 gekündigt. Der Kontakt mit den Beratern habe auf Zuruf funktioniert, oft ohne genauen Vertrag, sagte Jahns vor Gericht.

In den Zeugenvernehmungen ergab sich, dass es zwischen der EBS und den Beratern kaum Abgrenzungen gab. Das Gericht ging zuletzt aber auch der Frage nach, ob Geld über BrainNet endgültig auf Konten von Jahns geleitet wurden. Außerdem warf ihm die Staatsanwaltschaft vor, die private Nutzung seines Dienstwagens nicht korrekt versteuert zu haben.

dpa

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