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Printmarkt: Forscher halten Stiftung für sinnvoll

Landtag Printmarkt: Forscher halten Stiftung für sinnvoll

Angesichts der Konzentration auf dem hessischen Zeitungsmarkt haben Wissenschaftler für eine Stiftung zur Unterstützung von Startup-Firmen in Print und Online geworben.

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Henning Lobin von der Justus-Liebig-Universität Giessen.

Quelle: Rolf K. Wegst/Archiv

Wiesbaden. "Selbstverständlich muss so eine Stiftung staatsfern agieren", sagte der Direktor des Zentrums für Medien und Interaktivität an der Universität Gießen, Henning Lobin, am Mittwoch bei einer Anhörung im Wiesbadener Landtag. Da es die lokale Vielfalt im Printmarkt nicht mehr gebe, müsse die Politik handeln, forderte der Dortmunder Zeitungsforscher Horst Röper vom Formatt-Institut.

Beide stellten sich hinter eine Initiative der SPD-Opposition, die sich an einem Modell aus Nordrhein-Westfalen orientiert. Dies lehnt jedoch der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Werner D'Inka, ab. Eine Stiftung könne zum Einfallstor für staatliche oder parteipolitische Interessen werden. Ein Stiftungsmodell dürfe nur dann angedacht werden, wenn die Verlage über die Verteilung der Mittel bestimmten, meinte auch der Vorsitzende des Verbandes Hessischer Zeitungsverleger (VHZV), Hans Georg Schnücker.

Regierung und Opposition hatten sich besorgt über die Entwicklung auf dem Zeitungsmarkt gezeigt und deshalb die Anhörung beschlossen. Im Februar hatte die Verlagsgruppe Rhein-Main (VRM), die neben der "Allgemeinen Zeitung" (Mainz) auch die beiden Wiesbadener Zeitungen herausgibt, auch das "Darmstädter Echo" gekauft. Das Kartellamt muss die Übernahme aber noch genehmigen.

Anders als die Opposition wollen die Regierungsparteien CDU und Grüne keine Stiftung. Sie setzen auf eine Stärkung der Medienkompetenz an Schulen und in Kitas, um der schwindenden Vielfalt entgegenzuwirken.

Einig waren sich alle Experten, dass die Krise der Printmedien noch lange nicht vorbei ist. Die Mediennutzung der Gesellschaft habe sich bereits dramatisch verändert, da junge Menschen kaum noch Zeitung läsen und ihre Informationen übers Netz und soziale Netzwerke bezögen. Angesichts der "Kostenlos-Kultur" im Internet sei es für Verlage zugleich schwierig, angemessene Geschäftsmodelle für ihre Online-Angebote zu finden. Schnücker und D'Inka bemängelten außerdem, dass ARD und ZDF mit ihren Internet-Angeboten im Revier der Zeitungen wilderten. Dies sei wettbewerbsverzerrend.

dpa

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