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Polizistin hielt Satz von Verfassungsschützer für Scherz

Landtag Polizistin hielt Satz von Verfassungsschützer für Scherz

Als erste Zeugin im hessischen NSU-Ausschuss hat eine Kriminalpolizistin zu abgehörten Telefongesprächen von 2006 ausgesagt. Nach dem Mord an Halit Yozgat am 26. April 2006 hatte die Polizei als Verdächtigen den Verfassungsschützer Andreas Temme abgehört, der am Tatort war.

Wiesbaden. In einem Gespräch ließ ein Vorgesetzter Temmes die Bemerkung fallen: "Ich sag ja jedem: Wenn er weiß, dass irgendwo so etwas passiert, bitte nicht vorbeifahren."

Sie habe das für einen "belanglosen Satz" zur Begrüßung gehalten, sagte die Polizistin am Montag in Wiesbaden. "Meines Erachtens wurde er scherzhaft gesagt, und so habe ich es als scherzhaft abgetan." Deshalb habe sie den Satz damals nicht protokolliert.

Beim erneuten Abhören des Gesprächs stießen Anwälte der Nebenklage im Münchener NSU-Prozess Anfang dieses Jahres auf das Zitat. Die hessische Opposition deutet es so, dass der Verfassungsschutz vorher Kenntnis von dem Mord gehabt haben könnte. Nach der Polizistin sollten am Montag auch Temme wie sein Vorgesetzter Gerold-Hasso Hess aussagen.

dpa

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