Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Polizisten tragen künftig individuellen Code auf Einsatzkleidung

Polizei Polizisten tragen künftig individuellen Code auf Einsatzkleidung

Hessens Polizisten werden bei ihren Einsätzen auf Protestkundgebungen künftig mit einer individuellen fünfstelligen Nummer gekennzeichnet sein. Innenminister Peter Beuth (CDU) sprach am Montag von einem Vertrauensvorschuss der Polizei für die friedlichen Demonstranten.

Voriger Artikel
Bistum Limburg plant mit 9,5 Millionen Euro mehr
Nächster Artikel
Abschlussgefährdete Jugendliche werden weiter gefördert

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU).

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Mainz-Kastel. "Ich hoffe, dass wir so eine Entsolidarisierung zwischen den friedlichen Teilnehmern und den gewaltbereiten erreichen", sagte der Minister bei der Präsentation der Nummern auf der neuen Schutzkleidung der Beamten in Mainz-Kastel.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in der Kennzeichnungspflicht dagegen einen Ausdruck des Misstrauens gegenüber den Ordnungskräften. Die Opposition im Wiesbadener Landtag warnte, dass die Polizeibeamten durch die Nummern identifiziert werden könnten und mit Aufrufen zu Gewalt auch im Internet rechnen müssten.

Der Innenminister wies diese Bedenken zurück. Jeder Beamte bekomme drei jeweils fünfstellige Nummern, die er bei Schwierigkeiten jederzeit und auch während eines Einsatzes wechseln könne. Möglich sei auch, Nummern ganz auszutauschen, wenn sie im Internet kursierten oder es Probleme im Privatleben gebe. "Wir haben den Schutz der Polizei im Blick", sagte Beuth.

Die Polizisten sollen die Kennzeichnung mit der Länderkennung HE nach Angaben des Ministers auch bei bundesweiten Einsätzen tragen. SPD und FDP kritisierten, dass ohne eine bundeseinheitliche Regelung die Initiative von Hessen bei Großdemonstrationen verpuffe und Fehlverhalten von Polizisten dann nicht aufgeklärt werden könne. Die Linken sprachen von einem längst überfälligen Schritt, um die Transparenz der Polizeiarbeit zu erhöhen.

Neben der neuen Kennzeichnung der Polizisten stellte Beuth auch die künftige Schutzausrüstung zu Einsätzen bei Demonstrationen vor, die aus einer Schutzweste sowie zusätzlichen Protektoren für Arme und Beine besteht. Auf rund 1,4 Millionen Euro beliefen sich die Investitionen. Grund sei steigende Gewalt gegen Ordnungshüter, erklärte der Minister. Über 3000 der Beamten seien im vergangenen Jahr im Dienst angegriffen und 700 dabei verletzt worden.

Mit der neuen Ausrüstung sollen von Ende Januar nächsten Jahres an zunächst 700 Polizisten ausgestattet sein, kündigte der Präsident des hessischen Bereitschaftspolizei, Günther Voß, an. 1400 Mitarbeiter zählt die Bereitschaftspolizei im Land, darunter 1100 Einsatzkräfte. Schrittweise soll die neue Schutzbekleidung dann allen Einsatzkräften zur Verfügung stehen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr