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Polizei verschärft Sicherheitsmaßnahmen in Hessen

Terrorismus Polizei verschärft Sicherheitsmaßnahmen in Hessen

Politiker und Öffentlichkeit sind erschüttert, die Polizei erhöht ihre Aufmerksamkeit, Sportler spielen in Trauerflor - die Terroranschläge von Paris hinterlassen in Hessen ihre Spuren.

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Nach den Anschlägen von Paris hat Bouffier seine Anteilnahme ausgedrückt.

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Wiesbaden/Koblenz. Nach den Terroranschlägen von Paris sind die Sicherheitsvorkehrungen auch in Hessen verschärft worden. Es sei "eine Reihe offener und verdeckter Maßnahmen ergriffen" worden, teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Samstag mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Er wertete die Anschläge als "eine neue Dimension des Terrors". Die Innenminister der Länder stünden deshalb in ständigem Austausch. Sie vereinbarten unter anderem eine sicherere Ausrüstung von Streifenpolizisten sowie eine Trauerbeflaggung. Auch die Bundespolizei erhöhte ihre Präsenz.

Deutschland sei - wie alle freiheitlichen Gesellschaften - ein potenzielles Ziel für Terroristen, sagte Beuth. "Wir wissen um unsere abstrakt hohe Gefährdung." Konkrete Hinweise auf Anschläge gebe es aber nicht.

Führende Landespolitiker und der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, Ramazan Kuruyüz, verurteilten die Anschlagserie. "Wir sind tief erschüttert über die vielen Opfer, die durch diese schrecklichen Terroranschläge ums Leben gekommen oder verletzt worden sind", teilten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Beuth mit. SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel erklärte: "Die feigen Anschläge in Paris, die Morde und die vielen Verletzten lassen uns fassungslos zurück." Die hessische FDP begann ihren Landesparteitag in Oberursel (Hochtaunuskreis) mit einer Schweigeminute.

"Der Terror ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", teilte der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, Kuruyüz, mit. Man müsse sich "gegen alle Extremisten in unseren eigenen Reihen entschieden einsetzen, welche das Leben und die Würde des Menschen verachten und unseren gesellschaftlichen Frieden zerstören wollen", forderte er. Zugleich rief er dazu auf, die Terroranschläge "nicht für Stimmungsmache gegen die Flüchtlinge zu missbrauchen".

Vor dem Französischen Generalkonsulat in Frankfurt legten Menschen Blumen ab und zündeten Kerzen an. In Darmstadt versammelten sich Trauernde zu einer Mahnwache auf dem zentralen Luisenplatz. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, bat die evangelischen Gemeinden, in den Gottesdiensten der Opfer zu gedenken. Zugleich mahnt er zur Besonnenheit. "Es wäre schlimm, wenn politische Kräfte jetzt in unserem Land daraus Kapital schlagen würden und beispielsweise Migranten plötzlich unter einen terroristischen Generalverdacht stellten", sagte er.

Für den Frankfurter Flughafen kündigte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam schärfere Kontrollen an. Die Flüge nach Paris stünden "unter besonderer Aufmerksamkeit", sagte er. In Zügen nach Frankreich patrouillierten Streifen. "Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Direktion herrscht helle Wachsamkeit und Sensibilität", sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz.

Auswirkungen auf den Flugverkehr von Deutschland nach Paris gab es zunächst keine. "Alle Flüge sind planmäßig vorgesehen", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Frage, ob es zu Auswirkungen auf den Flugbetrieb kommt, hänge davon ab, welche konkreten Maßnahmen die französischen Behörden noch ergreifen. Auch bei Germanwings sollte der Flugbetrieb nach den Worten eines Sprechers normal laufen.

Die Handballer der HSG Wetzlar kündigten an, im Bundesliga-Auswärtsspiel am Samstagabend bei Frisch Auf Göppingen mit Trauerflor antreten zu wollen. "Bei diesen erschütternden Ereignissen in ‪Paris‬ fällt es schwer, sich auf Sport zu konzentrieren", schrieben die Mittelhessen im Kurznachrichtendienst Twitter. Bei der HSG spielt der französische Weltmeister Guillaume Joli.

Bei der blutigsten Terrorserie in Europa seit gut zehn Jahren waren am späten Freitagabend in Paris mindestens 129 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

dpa

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