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Neues Sicherheitskonzept für Silvester

Kriminalität Neues Sicherheitskonzept für Silvester

So einen Jahreswechsel hat Frankfurt noch nie erlebt: Auf dem beliebten Eisernen Steg darf kein Feuerwerk gezündet werden - und es gibt Zugangskontrollen. Am Ufer werden Betonsperren für Lkw errichtet. "Wir machen Silvester sicherer", sagt die Polizei.

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Gerhard Bereswill, Polizeipräsident von Frankfurt am Main.

Quelle: Roland Holschneider/Archiv

Frankfurt/Main. Ein abgesperrter Sicherheitsbereich mit Zugangskontrollen und Böllerverbot, Durchbruchsperren für Lastwagen sowie jede Menge Polizei: Silvester ist 2016 in Frankfurt ganz anders als in allen Jahren zuvor. Die Polizei stockt ihre normalen Kräfte für den Jahreswechsel um mehr als 600 auf. Das seien etwa doppelt so viele wie im Vorjahr, sagte Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Donnerstag.

Nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin mit zwölf Toten sei die Planung noch einmal um rund 100 zusätzliche Kräfte erhöht worden. Neu in der Planung seien seither auch Durchfahrtssperren für Fahrzeuge an verschiedenen Stellen der Stadt.

Mit dem abgezäunten Sicherheitsbereich für rund 30 000 Menschen am nördlichen Mainufer rund um den Eisernen Steg reagierten Polizei und Stadt jedoch auf verschiedene Ereignisse der Silvesternacht 2015/16. Unter den damals 510 Polizeieinsätzen seien viele "in Art und Häufung neu gewesen" und hätten zu einer "völligen Neubewertung der Lage" geführt, sagte Bereswill.

Mehrere Menschen hätten andere mit Raketen und ganzen Raketenbatterien beschossen und eine Gruppe von etwa 50 Leuten habe versucht, eine Absperrung am Eisernen Steg gewaltsam zu überwinden. Zudem sei es vor allem rund um die beliebte Fußgängerbrücke über den Main zu 86 Taschen und Trickdiebstählen mit 14 Festnahmen gekommen. Sexuelle Übergriffe wie in Köln seien ebenfalls angezeigt worden, insgesamt 63, allerdings erst vom 5. Januar an.

"In dem Sicherheitsbereich sollen die Menschen sicher und entspannt feiern können", sagte Bereswill. Abgesperrt wird er vor allem mit Bauzäunen, an vier Stellen gibt es Zugangskontrollen, die rund 60 Mitarbeiter einer von der Stadt beauftragten Sicherheitsfirma übernehmen. Feuerwerk, Rucksäcke und große Taschen sind verboten. "Fröhlich anstoßen können Sie aber", sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). Die Stadt sorge für Toiletten und Mülleimer im Sicherheitsbereich.

Die Untermainbrücke, die Alte Brücke und das südliche Mainufer zwischen dem Krankenhaus Sachsenhausen und der Untermainbrücke werden bereits ab Freitag (30. Dezember) für den Verkehr gesperrt und gegen Durchbrüche von Fahrzeugen gesichert. Feuerwerk ist dort jedoch erlaubt. Betonsperren für Lastwagen werden am nördlichen Mainufer zur Sicherheitszone errichtet.

Zum Konzept gehört aber auch mehr Polizei in der Innenstadt, etwa auf der Zeil und dem Opernplatz. Fünf feste Wachen in der Stadt und eine mobile am Eisernen Steg sind für Anzeigen und Hinweise da. Eine mobile Videoanlage kommt nach dem Weihnachtsmarkt auf dem Eisernen Steg zum Einsatz - den Brennpunkt an Silvester 2015.

Die Polizei setzt aber auch auf Flyer, Informationsblätter und Infos im Internet. "Feiern? Aber Sicher!" lautet der Titel eines kleinen Faltblatts fürs Portemonnaie mit wichtigen Tipps für die Nacht. Gemeinsam mit der Stabsstelle Flüchtlingsmanagement der Stadt wurde etwa in Flüchtlingseinrichtungen ein Informationsblatt zu Silvester in mehreren Sprachen verteilt. Darin heißt es auch: "Frauen bestimmen in Deutschland ausnahmslos selbst, wer sie anfassen oder umarmen darf und was sie tun oder nicht tun wollen!" Polizeipräsident Bereswill betonte: Das Sexualstrafrecht sei in Deutschland verschärft worden. Sexuelle Belästigungen wie Anfassen und Angrapschen seien jetzt strafbar.

dpa

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