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Neuer Limburger Bischof Bätzing im Amt

Kirche Neuer Limburger Bischof Bätzing im Amt

Seit März 2014 war der Bischofsstuhl von Limburg verwaist. Zur Weihe und Amtseinführung des Nachfolgers von Tebartz-van Elst kommen etwa 2000 Gäste und Gläubige nach Limburg.

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Georg Bätzing, neuer Bischof von Limburg, vor dem Dom von Limburg.

Quelle: Thorsten Wagner

Limburg. Nach zweieinhalb Jahren Wartezeit hat das Bistum Limburg wieder einen Bischof. Bei einem besonders festlichen Gottesdienst am Sonntag im Limburger Dom wurde Georg Bätzing geweiht und in sein neues Amt eingeführt. "Hier will ich Wurzeln schlagen", sagte der 55-Jährige in seiner ersten Ansprache als Oberhirte. Er wolle seinen Dienst tun "zusammen mit euch, mit Ihnen allen, mit vielen, die ihren Glauben bezeugen, da wo sie leben. Die mit Herz und Verstand, mit guten Ideen genauso wie mit wachsamer Kritik und Veränderungsbereitschaft Kirche aufbauen."

Die Weiheliturgie übernahm der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki. Zur Zeremonie gehörte auch die Übergabe der bischöflichen Insignien Ring, Mitra (Bischofshut) und Stab an Bätzing.

Kardinal Woelki sprach in seiner Predigt auch die zurückliegende Krise um den abberufenen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst an. Bätzing wisse um die Wunden, die es zu heilen gelte, sagte Woelki. "Er weiß, dass die Gläubigen in diesem Bistum wieder zusammengeführt und geeint werden müssen." Und er wisse um die Herausforderungen, vor denen die Kirche, nicht nur in Limburg, sondern überall, stehe.

Etwa 2000 Gäste und Gläubige verfolgten den rund zweistündigen Gottesdienst im und um den Dom sowie in anderen Räumlichkeiten des Bistums. Darunter waren etwa 40 Bischöfe und weitere Kirchenvertreter sowie Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politik. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und seine rheinland-pfälzische Amtskollegin Malu Dreyer (SPD) gehörten zu den Gästen. Zahlreiche Polizeibeamte waren vor Ort, da für die Feierlichkeiten hohe Sicherheitsbestimmungen galten.

Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, sagte, Bätzing sei "absolut der Richtige hier". In seinem Grußwort zeigte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz überzeugt, dass Aufbruch und Neubeginn im Bistum möglich seien.

Eine erste Neuerung wurde bereits während des Gottesdienstes bekannt: Bätzing teilte der versammelten Gemeinde mit, dass er Wolfgang Rösch zu seinem Generalvikar ernannt habe. Dieser ist bereits seit längerem in der Bistumsleitung tätig.

Tebartz-van Elst war Ende März 2014 wegen heftiger Kritik an seiner Amtsführung und der Kostenexplosion am neu gebauten Bischofssitz aus Limburg abberufen worden. Mittlerweile hat er einen Posten im Vatikan. Der Amtseinführung seines Nachfolgers blieb Tebartz-van Elst fern. Bätzing ließ ihn bei seiner Ansprache aber nicht unerwähnt und sagte, er fühle sich in dieser Stunde auch mit seinem Vorgänger verbunden. Und er habe die Hoffnung, "dass Versöhnung wachsen kann zwischen den Menschen dieser Diözese und ihrem früheren Bischof".

Hessens Ministerpräsident Bouffier sagte, die zurückliegenden Ereignisse hätten viele Menschen verunsichert und enttäuscht. "Die vergangenen zwei Jahre waren daher eine wichtige Phase der Aufarbeitung, in der das Bistum wieder zu sich selbst gefunden hat", erklärte er laut Mitteilung. "Darauf kann der neue Bischof aufbauen, um Vertrauen in das Amt und die Kirche zurückzugewinnen."

Ähnlich äußerte sich die rheinland-pfälzische Landeschefin Dreyer: "Nach einer Phase der Aufarbeitung und des Übergangs stehen nun alle Zeichen auf Zukunft."

dpa

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