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Muslime und Juden setzen gemeinsames Signal gegen Hass und Terror

Konflikte Muslime und Juden setzen gemeinsames Signal gegen Hass und Terror

Muslime und Juden in Deutschland haben gemeinsam den Schulterschluss gegen Gewalt, Ausgrenzung und Rassismus geprobt. Die wichtigsten Vertreter beider Gemeinden in Deutschland, Aiman Mazyek und Dieter Graumann, hoben am Freitag in Frankfurt gemeinsame Werte und Wurzeln hervor.

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Dieter Grauman nahm an dem bundesweiten Aktionstag teil.

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt/Main. "Dieses Zeichen sollte man im ganzen Land hören. Es ist ein Zeichen, das aus dem Herzen kommt", sagte Graumann im Hof einer Moschee in Frankfurt. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden war Ehrengast einer Mahnwache, die Teil eines bundesweiten Aktionstages islamischer Verbände gegen Rassismus und Extremismus war.

Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime (ZMD), betonte die Gemeinsamkeiten über Glaubensgrenzen hinweg. "Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, so verbindet uns doch ein herzliches Verhältnis", sagte er zu Graumann und sprach von "in vielen Bereichen einheitlichen religiösen Grundüberzeugungen".

Der hessische Staatssekretär für Integration, Jo Dreiseitel, lobte die Kundgebung als "unübersehbares Zeichen" gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung. "Jeder religiöse Extremismus - wie der Salafismus - ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft", warnte der Grünen-Politiker. Dreiseitel vertrat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der ebenfalls von den Muslimen eingeladen, wegen der Bundesratssitzung aber nach Berlin gereist war. Zu den Gästen zählte auch der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel.

Ohne die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beim Namen zu nennen, distanzierte sich Mayek von Tätern, die im Namen Allahs mordeten. "Sie handeln unter dem Banner des Propheten, zeigen mit ihren Verbrechen aber, dass sie kein Wort davon verstanden haben, was Allah uns offenbart hat und wie unser Prophet nach diesen Geboten gelebt hat", sagte er vor rund 150 Zuhörern im Hof der Abubakr-Moschee. Unter Hinweis auf 80 Anschläge auf Moscheen in Deutschland, die es allein seit 2012 gegeben habe, sprach der ZMD-Vorsitzende von Sorgen innerhalb der islamischen Gemeinden über zunehmende Ausgrenzung und Anfeindungen in der Gesellschaft.

Graumann sicherte den Muslimen in Deutschland die Solidarität der jüdischen Gemeinde zu. "Wenn Moscheen angegriffen werden, dann trifft und betrifft uns das alle. Es tut uns weh", sagte er. "Wir Juden hier haben uns immer für muslimische Menschen eingesetzt, wenn sie ausgegrenzt werden." Graumann erinnerte an den Kampf beider Gemeinden "Seite an Seite" in der Debatte um die Beschneidung, in der Verlauf es vor zwei Jahren auch "eine ganze Menge an antisemitischen und muslimfeindlichen Untertönen gab". Am Ende sei eine Lösung erreicht worden, mit der alle leben könnten.

dpa

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