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Minister Lorz muss 1000 Lehrerstellen umverteilen

Bildung Minister Lorz muss 1000 Lehrerstellen umverteilen

Im hessischen Schulsystem müssen wegen neuer Aufgaben etwa 1000 Lehrerstellen in einigen Bereichen gekürzt oder umgewidmet werden. Diese Zahl nannte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden, wo er Details zum "Pakt für den Nachmittag" vorstellte: Ab kommendem Schuljahr sollen Schüler an 58 Grundschulen in sechs Pilotregionen nachmittags verlässlich betreut werden.

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58 Grundschulen bauen die Nachmittagsbetreuung aus.

Quelle: David Ebener/Archiv

Wiesbaden. Das Land arbeitet dabei mit den Landkreisen als Schulträgern zusammen, die Eltern sollen für die zusätzliche Betreuung bezahlen.

Beitrag des Landes für die Startphase sind 145 Lehrerstellen. Weitere 85 Stellen wandern in den sonstigen Ausbau der Ganztagsbetreuung. Minister Lorz bezifferte die Gesamtkosten auf etwa 11,5 Millionen Euro. Allerdings erfordern auch die Inklusion behinderter Kinder, der Sozialindex für Schulen in sozial schwachen Gebieten und die Sprachkurse für Migranten- und Flüchtlingskinder zusätzliche Lehrer.

Die schwarz-grüne Koalition hat beschlossen, in dieser Wahlperiode keine der gut 50 500 Lehrerstellen zu streichen, auch wenn die Zahl der Schüler sinkt. Auch soll es bei der Überversorgung von 104 Prozent des Unterrichtsbedarfs bleiben. Durch den Schülerrückgang würden in den kommenden Jahren rechnerisch aber nur 500 Stellen frei, sagte Lorz. Weitere Stellen gewinnt das Ministerium unter anderem durch Kürzungen in der gymnasialen Oberstufe und an den Grundschulen.

Darüber beschwerten sich am Mittwoch der Landeselternbeirat, die Landesschülervertretung und die Lehrergewerkschaft GEW. "Gerade Grundschulen müssen von Kürzungsmaßnahmen ausgeschlossen werden", erklärten sie. In den Oberstufen drohten kleine Leistungskurse wie Chemie oder Französisch wegzufallen. "Den Ausbau von Inklusion, Ganztagsschule und Deutschfördermaßnahmen über Kürzungen vorzunehmen ist der falsche Weg", sagten die Kritiker. Auch der Philologenverband hat den Stellenabbau an den Gymnasien kritisiert.

Die hessischen Grundschulen hätten bislang einen Zuschlag über die Grundversorgung hinaus bekommen, der von der Zahl der Klassen abhing, erläuterte ein Sprecher des Ministeriums. Davon hätten ländliche Schulen mit kleinen Klassen mehr profitiert als die Ballungsgebiete. Dieses Ungleichgewicht werde nun abgebaut.

Der "Pakt für den Nachmittag" ist ein zentrales Vorhaben von Schwarz-Grün: Wenn die Eltern es wünschen, sollen Grundschüler an fünf Tagen bis 14.30 Uhr oder sogar 17.00 Uhr betreut werden. Auch die Kommunen steuern Personal bei. Damit werde es leichter, der großen Nachfrage nach Hortplätzen nachzukommen, sagte die Kasseler Schuldezernentin Anne Janz (Grüne). In Kassel werde die Betreuung die Eltern zwischen 63 und 155 Euro im Monat kosten. Im Landkreis Gießen werden es je nach Dauer der Betreuung 50 bis 100 Euro sein, sagte die dortige Schuldezernentin Christiane Schmahl (Grüne).

dpa

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