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Mehr als 1000 Fälle von Sexualstraftaten gegen Frauen

Kriminalität Mehr als 1000 Fälle von Sexualstraftaten gegen Frauen

Zum Weltfrauentag am 8. März kommt das Thema "Gewalt an Frauen" regelmäßig auf die Agenda - etwa diese Woche im Landtag. Die hessische Justizministerin mahnt überfällige Reformen des Sexualstrafrechts an.

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Mehr als 1000 Fälle von Sexualstraftaten gegen Frauen im Jahr 2015.

Quelle: Maurizio Gambarini/Archiv

Wiesbaden. In mehr als 1000 Fällen sind Frauen im vergangenen Jahr in Hessen Opfer von Sexualstraftaten geworden. Dazu zählen etwa Vergewaltigungen, Zuhälterei oder Exhibitionismus. Von den registrierten 1068 Fällen wurden bislang 759 aufgeklärt, wie aus einer Antwort des Justizministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Fraktion im hessischen Landtag hervorgeht. Dies entspricht einer Quote von 71 Prozent. 2014 waren in Hessen 1150 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen registriert worden, 827 davon wurden aufgeklärt (Quote: 71,9 Prozent).

"Die erfassten Fälle bilden leider nicht die ganze Realität ab", erklärte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Dienstag, dem Weltfrauentag. "Oft trauen sich die Opfer von Sexualstraftaten aus Scham oder Angst nicht, gegen die Täter vorzugehen." Die Ministerin forderte eindeutige gesellschaftliche Signale, dass jede Art sexueller Gewalt gegen Frauen nicht toleriert werde.

Die aktuelle Reform des Sexualstrafrechts müsse deshalb das Ziel haben, klarzustellen, dass ein Nein auch ein Nein bedeute, teilte sie mit. "Ich ärgere mich, dass gerade Reformvorhaben, die den Schutz von Frauen zum Ziel haben, von Bundesjustizminister Heiko Maas so schleppend in Angriff genommen werden." Dies gelte etwa für den Vergewaltigungsparagrafen und den Stalking-Tatbestand.

Die Grünen-Fraktion im hessischen Landtag hat das Thema "Gewalt gegen Frauen" für (den morgigen) Mittwoch (9. März) auf die Tagesordnung der Plenarsitzung gestellt.

dpa

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