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Mehr Eltern nutzen Betreuungsangebot

U3-Betreuung Mehr Eltern nutzen Betreuungsangebot

Ab 1. August muss in Hessen für gut jedes dritte Kleinkind ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen. Betreut wird aber derzeit nur jedes vierte Kind unter drei Jahren. Kein Widerspruch, sagt dazu das Ministerium.

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Jedes vierte Kind in Hessen wird außer Haus betreut. Das Angebot an Betreuungsplätzen ist jedoch nach Angaben des Landes noch größer. Hessen erfülle seine Verpflichtungen, teilte das Sozialministerium mit. Foto: Bernd Wüstneck

Quelle: Bernd Wüstneck

Wiesbaden. In Hessen ist im März dieses Jahres jedes vierte Kind unter drei Jahren auch außerhalb der eigenen Familie betreut worden. Damit stieg die Betreuungsquote innerhalb eines Jahres um knapp zwei Punkte auf 25,7 Prozent, teilte das Statistische Landesamt gestern mit. Mehr als vier von fünf (82 Prozent) der insgesamt 40200 belegten Betreuungsplätze für die Kleinkinder waren in Tageseinrichtungen (32900), die restlichen rund 18 Prozent (7300) in der Tagespflege.

Zum 1. August haben Kinder zwischen einem und drei Jahren in Deutschland einen verbindlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Bund, Länder und Kommunen hatten sich 2007 einen Versorgungsgrad von durchschnittlich 35 Prozent zum Ziel gesetzt.

Hessen erfüllt Verpflichtung

Die Betreuungsquote dürfe nicht mit dem Versorgungsgrad verwechselt werden, hieß es dazu im Sozialministerium in Wiesbaden auf Anfrage. Hessen habe derzeit schon 52447 Plätze zur Verfügung - 10000 mehr als vom Statistischen Landesamt in der Betreuungsquote erfasst. Damit habe Hessen mit 35,1 Prozent seine Verpflichtung schon erfüllt, erklärte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Nach Angaben des Ministeriums folgt die Betreuungsquote dem Versorgungsgrad zeitverzögert, da nicht alle Plätze gleich besetzt werden.

Auffällig sind große regionalen Unterschiede bei der Betreuungsquote: Mit 31,9 Prozent hat Darmstadt vor Frankfurt (31,2 Prozent), dem Hochtaunuskreis (31,0 Prozent) und Main-Taunus-Kreis (30 Prozent) den Spitzenwert unter den Landkreisen und kreisfreien Städten. Ganz hinten rangieren nach Angaben des Statistischen Landesamts der Kreis Offenbach (20,9 Prozent) und der Kreis Groß-Gerau (17,5 Prozent).

Städte warnen

Der Deutsche Städtetag warnt unterdessen, dass bundesweit noch mehr als 100000 Plätze für Kinder unter drei Jahren fehlen. Trotzdem rechnet Hauptgeschäftsführer Stephan Articus nicht mit einer Klagewelle. „Dafür haben wir bis jetzt keine Anzeichen“, sagte er der „Südwest Presse“. Articus verteidigte die Kommunen gegen den Vorwurf, zu lange mit den nötigen Investitionen gezögert zu haben. Unterschätzt habe der Städtetag das Interesse an Tagespflege.

(dpa)

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