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Mainzer Bistum bekommt nach Lehmann einen Verwalter

Kirche Mainzer Bistum bekommt nach Lehmann einen Verwalter

Dietmar Giebelmann übernimmt die Leitung des Bistums bis zur Wahl eines neuen Bischofs. Mit dieser Entscheidung sorgt das Domkapitel für Kontinuität in der Zeit des leeren Bischofsstuhls (Sedisvakanz).

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Dietmar Giebelmann, Generalvikar vom Bistum Mainz, spricht.

Quelle: Christoph Schmidt/Archiv

Mainz. Die kirchliche Leitung für die 740 000 Katholiken des Bistums Mainz in Hessen und Rheinland-Pfalz übernimmt nach dem Abschied des Bischofs Karl Lehmann der bisherige Generalvikar Dietmar Giebelmann. Die sieben Mitglieder des Mainzer Domkapitels wählten am Dienstag den 69-Jährigen zum sogenannten Diözesanadministrator, wie das Bistum mitteilte. Zu dessen Vertreter wurde Domdekan Heinz Heckwolf (74) bestimmt, der auch Vorsitzender des Domkapitels ist.

Am Montag hatte Papst Franziskus den Rücktrittswunsch von Bischof Lehmann zu dessen 80. Geburtstag angenommen. Giebelmann leitet das Bistum nun für die Dauer des leeren Bischofsstuhls (Sedisvakanz) bis zur Berufung eines neuen Bischofs.

Ergänzt wird das Führungsteam des Bistums von Weihbischof Udo Bentz. In anderen Bistümern wurde oft der dienstälteste Weihbischof zum Diözesanadministrator bestimmt. Bentz gilt aber auch als denkbarer Nachfolger von Lehmann. Der neue Bischof wird vom Domkapitel gewählt, aus einer vom Vatikan erstellten Liste von drei Kandidaten. Vorschläge für geeignete Kandidaten sendet auch das Domkapitel nach Rom. Die Zeit bis zur Wahl eines neuen Bischofs könnte etliche Monate oder auch mehr als ein Jahr dauern.

Giebelmann wurde 1971 in Mainz zum Priester geweiht, 2003 wurde er Generalvikar. Dieses Amt endete mit dem Abschied des Bischofs. Im vergangenen Jahr hatte Giebelmann die Kündigung von sieben Mitarbeiterinnen einer katholischen Kita in Mainz verteidigt, nachdem es Berichte über mögliche sexuelle Übergriffe und Gewalt unter Kindern gegeben hatte. Die Vorwürfe haben sich nach bisherigen Ermittlungen nicht bestätigt.

Der Diözesanadministrator hat alle Rechte und Pflichten eines Bischofs, darf aber den dann zu wählenden Bischof nicht in seinen Entscheidungen einschränken. So muss etwa die Ernennung von Pfarrern durch den späteren Bischof noch bestätigt werden.

dpa

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