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Landtag streitet über Ryanair am Frankfurter Flughafen

Landtag Landtag streitet über Ryanair am Frankfurter Flughafen

Mit der Billig-Airline Ryanair vom Frankfurter Airport aus starten? Das soll nach dem Willen der Betreiber mit günstigen Konditionen für die Fluggesellschaft bald möglich werden. Die Meinungen der Landtagsfraktionen dazu gehen auseinander.

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Maschinen des irischen Billigfliegers Ryanair stehen am Flughafen.

Quelle: Thomas Frey/dpa

Wiesbaden. Die geplanten Anreize des Frankfurter Flughafens für Billigflieger wie die irische Airline Ryanair haben im hessischen Landtag für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Der flughafenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Marius Weiß, kritisierte am Donnerstag in Wiesbaden: "Ryanair zahlt absolute Niedriglöhne und unterläuft Sozialstandards." Low-Cost-Carrier seien "nicht per se Teufelszeug". Der Flughafenbetreiber Fraport hätte jedoch die Zusammenarbeit mit einer anderen Billigfluglinie suchen sollen, die anständig mit ihrem Personal umgehe.

Fraport will sein Geschäft mit neuen Angeboten für Billigflieger ausbauen, was bei etablierten Airlines auf harsche Kritik stößt. Ryanair plant, von März 2017 an zwei Maschinen in Frankfurt zu stationieren. Das hessische Wirtschaftsministerium prüft derzeit eine geplante neue Gebührenstaffel der Fraport, die unter anderem Anreize für neue Kunden schaffen soll. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) kündigte an, bald über die neue Entgeltordnung entscheiden zu wollen.

Dabei spielten die Sozialstandards einzelner Airlines keine Rolle. "Ryanair ist gewiss kein Arbeitgeber, wie ich ihn mir wünsche", erklärte Al-Wazir. "Aber ein Verkehrsflughafen steht allen zugelassenen Luftfahrtunternehmen offen." Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Heiko Kasseckert, verwies auf Entwicklungen hin zu Low-Cost-Anbietern innerhalb der europäischen Luftfahrtbranche. Frankfurt dürfe sich von diesem Trend nicht abhängen lassen. Kasseckert erklärte jedoch auch, die Arbeitspraxis von Ryanair kritisch zu sehen.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jürgen Lenders, nannte die Anreize für Neukunden eine "wirtschaftlich nachvollziehbare" Entscheidung. "Es ist nicht die Aufgabe der Politik, den Menschen vorzuschreiben, wohin sie fliegen, wie sie fliegen und mit welcher Fluggesellschaft sie fliegen."

Allerdings müssten die Vorgaben für alle Airlines fair sein, betonte Lenders. "Es kann nicht sein, dass einige Fluggesellschaften sich Vorteile dadurch verschaffen, dass sie sich rechtlichen oder tariflichen Verpflichtungen entziehen."

Die Vorsitzende der Linken-Fraktion, Janine Wissler, kritisierte, zusätzlicher Flugverkehr sollte nicht subventioniert werden. Wenn die Nachfrage da sei, dann gebe es die Flüge ohnehin.

dpa

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