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Landtag debattiert über Kampf gegen Fachkräftemangel

Landtag Landtag debattiert über Kampf gegen Fachkräftemangel

Eine Teilzeitkraft kann kein Chef sein - diese Denkweise ist nach den Worten von Sozialminister Grüttner überholt. Im Sinn hat er vor allem potenzielle Chefinnen.

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Der Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) spricht im Landtag.

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Wiesbaden. Dass in Hessen ein wachsender Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften droht, darüber sind sich die Landtagsfraktionen zwar weitgehend einig. Über die möglichen Lösungen für das Problem sind bei der Debatte am Dienstag in Wiesbaden die Meinungen jedoch auseinander gegangen.

Sozialminister Stefan Grüttner sah in seiner Regierungserklärung das größte Fachkräftepotenzial bei den Frauen. Der CDU-Politiker forderte die Unternehmen auf, bessere Karrierechancen für Teilzeitbeschäftigte zu schaffen. "Frauen, die arbeiten wollen, müssen wir die Arbeitszeit anbieten, die ihren individuellen Wünschen entspricht", sagte er im Landtag. "Die Ansicht, in Teilzeit könne keine Führungsposition übernommen werden, ist antiquiert und überholt."

Die Erwerbstätigkeit von Frauen habe sich in Hessen positiv entwickelt, nicht zuletzt durch den Ausbau der Kinderbetreuung, sagte der Minister. Zudem werde der berufliche Wiedereinstieg nach einer Familienphase vom Land gezielt gefördert.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Wolfgang Decker, forderte, die Ganztagsbetreuung in Kitas müsse ausgebaut werden und bezahlbar sein. "Für manche Frau lohnt es sich schlicht und ergreifend nicht, arbeiten zu gehen, wenn die Familie das Geld anschließend fast komplett für die Kinderbetreuung ausgeben muss", sagte er.

Marjana Schott von den Linken sagte, dass mehr Fachkräfte auch durch bessere Arbeitsbedingungen gewonnen werden könnten. Es beunruhige sie, dass immer mehr Menschen wegen ihrer Arbeitssituation erkrankten.

Der sozialpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Marcus Bocklet, sagte, das Potenzial gut gebildeter Migranten für den Arbeitsmarkt werde oft verschenkt, weil ihre Berufsabschlüsse nicht anerkannt würden. René Rock von der FDP-Fraktion gab zu Bedenken, dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt meist nicht kurzfristig gelänge. Studien hätten gezeigt, dass dafür durchschnittlich sieben Jahre nötig seien.

dpa

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