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Land will "Pakt für den Nachmittag" ausbauen

Schulen Land will "Pakt für den Nachmittag" ausbauen

Hessen will die freiwillige Betreuung von Kindern am Nachmittag von den Grundschulen auf weiterführende Schulen ausdehnen. Diese haben vom Schuljahr 2016/2017 an die Möglichkeit, ihre Ganztagsangebote auszubauen.

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Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

Quelle: Christoph Schmidt/Archiv

Wiesbaden. Das kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Montag in Wiesbaden an. Alle Schulträger seien über die Fortsetzung des "Pakts für den Nachmittag" informiert worden. Die Opposition sprach von einem "falschen Signal für das falsche Programm".

Die Nachmittagsbetreuung, eines der zentralen Bildungsprojekte der schwarz-grünen Koalition, beginnt ab diesem September in sechs Pilotregionen Hessen mit knapp 60 Grundschulen. Auf Wunsch der Eltern können Grundschüler an fünf Tagen bis 14.30 Uhr oder sogar bis 17.00 Uhr betreut werden. Auch die Kommunen müssen dazu Personal beisteuern. Die Eltern bezahlen für die zusätzliche Betreuung.

In diesem Jahr stellt das Land dafür 145 Lehrerstellen bei Kosten von rund 11,5 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 85 Stellen wandern in den sonstigen Ausbau der Ganztagsbetreuung. Im Schuljahr 2016/2017 sollen dafür nochmals 230 Stellen bereitstehen. Dafür werden Lehrer aus anderen Bereichen abgezogen.

Für die Pilotprojekte habe es weit mehr Interessenten gegeben als Plätze, sagte Lorz. Er wertete die Ausweitung des "Pakts" auch als Erfolg für den im Juli beendeten Bildungsgipfel, der sich für eine Öffnung des Pakts mit dem Ausbau von Ganztagsangeboten ausgesprochen habe. Der Gipfel war nach neun Monaten und vielen Streitereien ohne gemeinsames Abschlussdokument zu Ende gegangen.

Die SPD nannte den "Nachmittagspakt" ein unattraktives Programm, das in Frankfurt oder Darmstadt von weit weniger Grundschulen nachgefragt werde als vom Land gedacht. Auch wenn Lorz im "Pakt" jetzt die Entwicklung zu echten Ganztagsschulen nicht mehr ausschließe, fehle es an einem klaren Ausbauplan, erklärte der Abgeordnete Christoph Degen.

Die Linke sprach von einer "Mogelpackung". Ziel müssten echte Ganztagsschulen ohne Elternbeiträge sein, forderte Fraktionschefin Janine Wissler. Die FDP warf Lorz vor, die Ganztagsschule auf Kosten der Grundschulen und gymnasialen Oberstufen auszubauen. Dies sei eine "politische Richtungsentscheidung" mit Folgen, kritisierte Fraktionschef Florian Rentsch.

Die Regierung setze jetzt ein zentrales Ergebnis des Bildungsgipfels um, erklärten dagegen die mitregierenden Grünen. Schulen müssten sich im Einklang mit Eltern und Schülern entwickeln, meinte Fraktionschef Mathias Wagner.

dpa

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