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Kleine Hoffnungsschimmer für den Bildungsgipfel

Landtag Kleine Hoffnungsschimmer für den Bildungsgipfel

In einem Debattenmarathon zur Schulpolitik hat der hessische Landtag Chancen auf eine Einigung beim Bildungsgipfel ausgelotet. "Ich glaube, es sind Kompromisse möglich", sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Mathias Wagner in Wiesbaden.

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Der Bildungsgipfel debattierte heute die Ganztagsschulen.

Quelle: M. Murat/Archiv

Wiesbaden. Schwarz-Grün sei zu Zugeständnissen über den Koalitionsvertrag hinaus bereit. "Es wäre etwas gewonnen für die Schulen, wenn das ständige Hin und Her aufhören würde." Beim Bildungsgipfel wollen CDU und Grüne mit Fraktionen, Interessengruppen und Verbänden eine Verständigung über die Schulpolitik der nächsten zehn Jahre erreichen. Das letzte Treffen ist für den 17. Juli geplant.

Auf der Tagesordnung am Mittwoch stand zunächst der Streit um die Ganztagsschulen. Die SPD fordert einen raschen Ausbau des ganztägigen Unterrichts. Fünf Grundschulen mit verpflichtendem Ganztagsunterricht seien viel zu wenig, sagte Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. "Da brauchen wir einen richtigen Schluck aus der Pulle." Nach Vorstellung der SPD sollen jährlich bis zu 100 Schulen auf dieses Ganztagsprofil umstellen können, bis das Angebot für 30 Prozent der Kinder reicht.

Das sei genau das SPD-Wahlprogramm, bemängelte der CDU-Abgeordnete Armin Schwarz. Wie das Regierungslager müsse auch die Opposition Zugeständnisse machen. Schulfrieden sei nicht, wenn alle der SPD folgten. "Schulfrieden ist, wenn es den Schulen gut geht."

Noch 2003 habe es erst 173 Schulen in Hessen mit Ganztagsangeboten gegeben, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Im laufenden Schuljahr seien es 958, 1731 Lehrerstellen stünden im Ganztagsbereich zur Verfügung. Nächstes Schuljahr weite der schwarz-grüne Pakt für den Nachmittag die Betreuung aus.

Die Zahlen von Regierung und Opposition seien nicht unvereinbar, sagte Grünen-Fraktionschef Wagner. "Der Pakt für den Nachmittag ist und bleibt eine Mogelpackung", er verhindere den Aufbau echter Ganztagsschulen, entgegnete die Linken-Abgeordnete Barbara Cárdenas.

Wegen Ganztagsbetreuung, Sprachförderung und gemeinsamem Unterricht behinderter und nicht-behinderter Kinder schichtet das Kultusministerium etwa 1000 Stellen im Schulsystem um. Dabei würden Grundschulen und gymnasiale Oberstufen als Steinbruch missbraucht, kritisierte der Abgeordnete Wolfgang Greilich (FDP). Er sah das Regierungslager in der Verantwortung, beim Bildungsgipfel einen Konsens zu erreichen. Die ehrenamtliche Arbeit, die Schüler, Eltern, Lehrer und andere seit September investiert hätten, dürfe nicht umsonst gewesen sein.

Mehr Einigkeit herrschte bei der SPD-Forderung, die Einrichtung weiterer Oberstufengymnasien zu erlauben. Sie würden gebraucht, um Abgänger von Gesamtschulen aufzunehmen. "Es bedarf einer sorgfältigen Prüfung", sagte Minister Lorz. Ein Gesetz dürfe nicht nur für Frankfurt gelten, wo es Bedarf gebe, sondern überall im Land. Die Jahrgänge in den Oberstufengymnasien dürften auch nicht zu klein sein.

dpa

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