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Kirchenhilfswerk missio rechnet mit Spendenbereitschaft

Kirche Kirchenhilfswerk missio rechnet mit Spendenbereitschaft

Das katholische Kirchenhilfswerk missio rechnet trotz Verschwendungsskandalen wie im Bistum Limburg mit einer unveränderten Spendenbereitschaft. Die Solidarität sei ungebrochen, zuletzt habe es deswegen keine massiven Spendenrückgänge gegeben, sagte missio-Präsident Klaus Krämer (Aachen) am Dienstag in Fulda.

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Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen.

Quelle: Uwe Zucchi/Archiv

Fulda. Am Sonntag wird im Fuldaer Dom mit einem Gottesdienst die bundesweite Eröffnung einer der größten Solidaritätsaktionen der Weltkirche gefeiert. Beim "Monat der Weltmission" wird im Oktober auf die bedrohte Lage der Christen im muslimischen Pakistan hingewiesen. Mit der Kollekte werden Hilfsprojekte unterstützt.

Der "Monat der Weltmission" ist eine globale Solidaritätsaktion der 3000 katholischen Diözesen weltweit, die traditionell im Oktober stattfindet. Mit den Spenden wurden im vergangenen Jahr laut missio 1000 Einzelprojekte - etwa in der Gesundheitsfürsorge und Bildung - mit etwa 50 Millionen Euro finanziert. "Wir versuchen, die Menschen vor Ort so auszubilden, dass sie sich selbst helfen können", sagte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen.

Das Hilfswerk stellt jährlich Partner aus einem anderen Land Afrikas, Asiens oder Ozeaniens vor. Die diesjährigen Gäste aus Pakistan berichten bundesweit in 300 Veranstaltungen über ihren Alltag.

In Pakistan gilt zwar formal die Religionsfreiheit. Dennoch müssen Christen um ihre Sicherheit fürchten. Die 2,8 Millionen Christen stellen in Pakistan (180 Millionen Einwohner) eine Minderheit. 96 Prozent der Bevölkerung sind muslimisch. Bei der Besetzung von staatlichen Jobs würden Christen benachteiligt, sagte Krämer.

Problematisch sind laut missio die verschärften Blasphemiegesetze in Pakistan. Die Beleidigung des Propheten Mohammed könne mit der Todesstrafe geahndet werden. Die Verunglimpfung des Korans sehe lebenslange Haftstrafen vor. Sorge bereite auch die außergerichtliche Lynchjustiz im Land.

Bischof Algermissen kritisierte die Gefährdung der Christen in muslimischen Ländern: Sie seien Aggressionen und Gewalt ausgesetzt. "Manche von uns sagen: Man müsste den Muslimen auch hier Grenzen setzen, aber auf dem Gebiet ihrer Religionsausübung und auch auf dem Gebiet des Baus von Moscheen dürfen wir das nicht. Wir müssen dafür sorgen, dass sie ihre Religion ausüben können. Auch wenn wir manchmal verwundet sind, angesichts dessen, was Christen zwischen Algerien und Indonesien widerfährt. Das müssen wir deutlich sagen."

dpa

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