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Kinderärzte-Verband bemängelt fehlendes Präventionsgesetz

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat die Bundesregierung wegen des nach wie vor ausstehenden Präventionsgesetzes kritisiert. Trotz mehrfacher Ankündigungen sei es noch immer nicht verabschiedet worden, sagte Verbandspräsident Wolfram Hartmann.
Verbandspräsident Wolfram Hartmann.

Verbandspräsident Wolfram Hartmann.

© Michael Reichel/Archiv

Bad Orb. Das Gesetz sei nötig, um die Vorsorge zu verbessern, damit Krankheiten im frühen Kindesalter erst gar nicht entstehen. "Doch diese Möglichkeiten der primären Prävention lassen die bisherigen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen nicht zu", bedauert Hartmann. Entsprechende Gesetzesvorhaben waren unter den Vorgängerregierungen gescheitert.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, im Kampf gegen Volkskrankheiten noch 2014 ein Präventionsgesetz zu verabschieden. Es soll gesetzliche und private Kassen verpflichten, einen bestimmten Betrag pro Versichertem für die Vorsorge auszugeben. So soll die Vorbeugung von Krankheiten von der Kita bis in die Altenpflege gestärkt werden.

Hartmann trifft sich von Samstag bis Mittwoch mit Berufskollegen in Bad Orb zu einem großen Kongress, an dem rund 400 Kinder- und Jugendärzte aus Deutschland teilnehmen. Die Mediziner prangerten im Vorfeld bereits "massive Defizite" bei der Umsetzung von Kinderrechten an. Dem Erziehungsrecht der Eltern werde noch immer höherer Stellenwert beigemessen als den ureigenen Rechten von Kindern und Jugendlichen auf körperliche und seelische Unversehrtheit.

Hartmann kritisierte in dem Zusammenhang das Beschneidungsgesetz, das Jungen nicht vor den Folgen von medizinisch nicht indizierten Beschneidungen schütze. Auch Nachwuchs von Flüchtlingsfamilien werde in Deutschland medizinisch nicht ausreichend versorgt. Sie hätten keinerlei Anspruch auf Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen. So könnten als Folge der Flüchtlingsströme eigentlich ausgerottete Kinderkrankheiten wie die Kinderlähmung wieder aufflammen.

dpa


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