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Junge Union muss eigenes "Supergeil"-Video löschen

Musik Junge Union muss eigenes "Supergeil"-Video löschen

"Super-Handel, Super-Wirtschaft": Mit einer eigenen Version des Liedes "Supergeil" wollte die Junge Union Darmstadt den Europawahlkampf aufmischen. Doch den Urhebern ging das ordentlich gegen den Strich: Das Berliner Musikprojekt "Der Tourist" forderte die Nachwuchspolitiker dazu auf, das Video zu löschen.

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Die junge Union darf sich nicht «supergeil» nennen.

Quelle: Jörg Carstensen/Archiv

Wiesbaden. Die gaben klein bei, zeigen sich aber enttäuscht.

Das Video zu "Supergeil", in dem der Berliner Künstler Friedrich Liechtenstein Werbung für die Supermarkt-Kette Edeka macht, avancierte im Februar zum Klick-Hit. Der Handelskonzern ließ das bereits 2013 veröffentlichte Lied von "Der Tourist" feat. Friedrich Liechtenstein auf sich ummünzen. Hans-Holger Friedrich, wie Liechtenstein bürgerlich heißt, preist darin etwas mehr als drei Minuten lang allerlei Ware als "supergeil" an.

Anfang März stellten die Musiker die Instrumental-Version des Songs als kostenlosen Download zur Verfügung. Mittlerweile finden sich im Netz zahlreiche Nachahmer - darunter ein Video der Feuerwehr Wuppertal-Vohwinkel.

Die Junge Union machte aus dem Text ein Loblied auf die Europäische Union: "Super-Standard, Super-Erasmus, Super-Hymne, Super-Sterne", heißt es darin. Über die Aktion hatte zuvor bereits hr-online berichtet.

Doch das gefiel den Machern gar nicht: "Ihr Hupen von Junge Union Darmstadt ... wir haben bisher wirklich JEDEM erlaubt, unseren Song zu covern. (..) Aber Euch haben wir das nicht erlaubt", erklärten die Musiker auf ihrer Facebook-Seite. "Warum? Weil ihr nicht gefragt habt. Und wir hätten das auch nie erlaubt. Warum? Weil ihr die Junge Union seid", heißt es weiter.

Daraufhin verschwand das Video aus dem Netz. "Wir haben es gelöscht", sagte Paul Wandrey, Vorsitzender der JU Darmstadt, auf Anfrage. "Wir waren schon verwundert. Zum einen wird der Beat frei zur Verfügung gestellt, zum anderen haben wir einen anderen Beat als Grundlage genommen, um Urheberechtsverletzungen zu vermeiden." Der Tonfall der Mitteilung sei zudem befremdlich: "Ein freundlicher Hinweis, dass das Lied nicht für politische Zwecke verwendet werden darf, hätte auch gereicht."

dpa

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