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Jugendphänomen Salafismus: Netzwerke sollen helfen

Extremismus Jugendphänomen Salafismus: Netzwerke sollen helfen

Eine wachsende Zahl junger Menschen in Hessen liebäugelt nach Einschätzung von Fachleuten mit dem radikalen Salafismus. Der EKHN-Beauftragte für interreligiöse Fragen, Pfarrer Andreas Herrmann, spricht vom Jugendphänomen Neo-Salafismus: "Es ist immer noch eine Minderheit, aber die enorme Ausbreitung ist auch ein Warnzeichen.

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Salafisten lehnen westliche Demokratien ab.

Quelle: Boris Roessler/Archiv

Frankfurt/Main. " Notwendig sind nach Ansicht von Fachleuten eng geknüpfte Netzwerke aus Schulen, Jugendarbeit, Stadtteilakteuren und Polizei.

Der Polizei sind allein in Frankfurt rund 350 gewaltbereite aktive Salafisten bekannt, von denen nicht alle in der Hessenmetropole wohnen. Vergleichszahlen gibt es schon wegen der Dunkelziffer nicht. "Durch den Syrien-Konflikt ist da ein unheimlicher Drive reingekommen", sagt ein Kenner der Szene. In der Jugendszene seien einige bekannt, die nach Syrien gegangen seien und dies wirke wie ein Katalysator. Für Aufsehen sorgt auch ein neuer "Mekka Shop" in der Frankfurter City, weil es Kontakte zum verbotenen Missionsnetzwerk "DawaFFM" geben soll.

Eine Umfrage des Frankfurter Sozialdezernats unter den 144 Jugendeinrichtungen in der Stadt ergab, dass mindestens 5 Einrichtungen Tendenzen religiöser Radikalisierung wahrnehmen. Vier andere Häuser hätten ebenfalls von wachsenden radikalen Tendenzen gesprochen, diese aber noch nicht näher bezeichnet, sagte die Sprecherin des Dezernats, Manuela Skotnik. Die vorübergehende Schließung eines Jugendhauses im Stadtteil Gallus nach heftigen verbalen Drohungen von salafistisch radikalisierten jungen Männern Anfang Mai hatte das Thema stärker in die Öffentlichkeit gerückt.

Mit 25 bis 30 Jahren sind die rund 20 jungen Männer für das Jugendhaus der AWO schon zu alt, wie der Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands Frankfurt, Jürgen Richter, sagt. Viele von ihnen kamen früher häufiger in die Einrichtung, einige sollen sich im Gefängnis radikalisiert haben. Die AWO will das Haus nun bald - neu ausgestattet mit Klingel und Kamera - wieder öffnen. Geplant seien außerdem Veranstaltungen in der Einrichtung mit Fachleuten von Moscheevereinen. Richter fordert eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema und warnt vor "antimuslimischer Hetze". Das Sozialdezernat will in den nächsten Wochen einen Runden Tisch mit Akteuren aus dem Stadtteil zum Thema einberufen.

dpa

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