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Ausländer

Jobs für Asylbewerber: "Arbeit fördert das Miteinander"

Einige hessische Kommunen bieten Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber. Viel verdienen sie damit nicht, und anspruchsvoll sind die Tätigkeit auch nicht. Aber die Jobs werden trotzdem gern angenommen - und auch die Kommunen profitieren davon.
Arbeit fördert das Miteinander und ist deswegen gut.

Arbeit fördert das Miteinander und ist deswegen gut.

© Daniel Maurer/Archiv

Frankfurt/Main. Die Nachrichtenagentur dpa fragte nach, wie die Städte und Kreise im Land Asylbewerber aus ihren vier Wänden holen. Die Bandbreite ist groß: Wiesbaden setzt rund 140 Asylbewerber als Ein-Euro-Jobber ein, im Kreis Kassel gibt es keinen einzigen Job für diese Menschen.

"Arbeit, insbesondere gemeinnützige, fördert das Miteinander", findet der Direktor des Hessischen Städtetags, Stephan Gieseler. "Grundsätzlich ist es gut, wenn die Menschen etwas zu tun bekommen." Manche Kommunen hätten sich schon etwas einfallen lassen, "das ist aber noch nicht systematisiert." Gieseler wünscht sich eine Unterstützung von Land und Bund, warnte jedoch vor "monströsen Lösungen, die in der Bürokratie nur schwer zu handhaben sind".

Geregelt ist das im Paragraf 5 des Asylbewerberleistungsgesetzes. Zulässig sind nur Jobs, "welche kein Arbeitsverhältnis nach arbeitsrechtlichen Kriterien begründen und nur stundenweise beziehungsweise punktuell verrichtet werden", erklärt eine Sprecherin des hessischen Sozialministeriums.

Die Zahl der Asylbewerber in Hessen wächst. Laut Statistischem Landesamt erhielten Ende 2013 fast 15 000 Ausländer Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das waren fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2009 hat sich damit die Zahl der Asylbewerber in Hessen fast verdoppelt. Sie liegt aber noch immer deutlich unter dem Rekordwert von 1997, als mehr als 53 000 gezählt wurden.

In WEITERSTADT bekommen seit kurzem zwei Aylbewerber von der Stadt etwas zu tun. Sie helfen städtischen Hausmeistern, einer ist im Rathaus und der andere im Rokoko-Schloss Braunshardt beschäftigt. "Das läuft einfach mal probehalber", sagte Stadt-Sprecherin Heidi Rosignol. Gearbeitet wird 20 Stunden die Woche, es gibt die gesetzlich vorgeschriebene Aufwandsentschädigung von 1,05 Euro die Stunde. "Anderen wird auf keinen Fall Arbeit weggenommen." Auf die Idee, zu arbeiten, seien die Asylbewerber selbst gekommen.

In FRANKFURT gibt es beim Sozialprojekt "Werkstatt Frankfurt" auf freiwilliger Basis 15 Arbeitsplätze im Recycling für Asylbewerber. Dies sei angesichts der hohen Asylbewerberzahlen zwar wenig, sagte ein Sprecher des Sozialdezernats. "Wir denken aber über eine Erweiterung nach." Allerdings habe derzeit die Unterbringung der Flüchtlinge eindeutig Priorität.

Im MAIN-KINZIG-KREIS üben laut der Verwaltung etwa 50 Asylbewerber Ein-Euro-Jobs aus. Angeboten werden diese Arbeitsgelegenheiten in der kreiseigenen Gemeinschaftsunterkunft "Hof Reith" in Schlüchtern, bei den Bauhöfen der Kommunen oder in Schulen. Der Kreis und die Kommunen verfügen aber über keine richtigen Ausbildungs- und Arbeitsstellen für die Asylbewerber. Eine Ausnahme sind die Main-Kinzig-Kliniken, die einige wenige Ausbildungs- und Praktikastellen anbieten, wie Kreissprecher John Mewes in Gelnhausen sagte.

Im LANDKREIS GIESSEN sind derzeit acht Asylbewerber in Praktika und Arbeitsgelegenheiten tätig. "Die Arbeitsgelegenheit oder das Praktikum hat keinen Einfluss auf das Asylverfahren", betonte Kreissprecherin Meike Bartz. Aber damit solle der Einstieg in das Berufsleben und die gesellschaftliche Integration erleichtert werden. Ziel sei, die Chancen auf einen regulären Job zu erhöhen. Die Teilnahme sei aber "ausdrücklich freiwillig und als Angebot" zu verstehen.

Im LANDKREIS KASSEL gibt es dagegen aktuell noch keine Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber. "Wir denken über das Angebot von geringfügiger Arbeit im Gemeinnützigkeitsbereich ab dem Jahr 2015 nach", sagte Kreissprecher Harald Kühlborn. Praktikantenstellen soll es aber nicht geben.

In KASSEL bereiten Sozialamt und der Caritasverband Nordhessen derzeit eine Maßnahme für Flüchtlinge vor. Von Oktober bis Dezember sollen 30 Asylbewerber Unterricht erhalten, um für den Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden, wie Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich sagte. Dabei geht es um bessere Deutschkenntnisse, Kennenlernen der deutschen Kultur, und eine Vermittlung von Praktika. Derzeit sind in Kassel 14 Flüchtlinge in Arbeit.

Der KREIS HERSFELD-ROTENBURG in Osthessen wartet mit zahlreichen Möglichkeiten auf, damit Asylbewerber einen Job finden. In der Lehrbaustelle in Bebra zum Beispiel werden Kandidaten für eine Ausbildung im Bauhandwerk vorbereitet. Vier von elf Teilnehmern sei der Sprung gelungen, berichtete Kreissprecher Michael Adam in Bad Hersfeld. Fast alle anderen Teilnehmer wurden danach für eine andere Betätigung vermittelt. Die Kreishandwerkerschaft coacht auch weitere Asylbewerber in den Bereichen Kfz und Metall, Friseur und Kosmetik.

Der KREIS FULDA bietet rund 65 Asylbewerbern gemeinnützige Ein-Euro-Jobs bei staatlichen, kommunalen und gemeinnützigen Trägern. Derzeit werde an einem Konzept gearbeitet, Asylbewerbern einen Orientierungs- und Deutschkurs anzubieten, sagte Stefan Waldmann vom Kreis. "Wir sind der Meinung, dass die erste Grundvoraussetzung für die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Asylbewerber im Erlernen der deutschen Sprache liegt."

Die Stadt WIESBADEN setzt rund 140 Asylbewerber als Ein-Euro-Jobber ein. Damit bietet die Stadt jedem fünften Asylbewerber einen Job. "Das wird gerne angenommen", sagt Franz Betz, Leiter des Amtes für soziale Arbeit. "Die Leute wollen nicht den ganzen Tag in ihren vier Wänden hocken." Eingesetzt werden Asylbewerber in ihren eigenen Heimen - als Unterstützung für die Hausmeister, beim Saubermachen und bei der Kinderversorgung. Außerdem unterstützen sie Wohlfahrtsverbände, zum Beispiel bei der "Kleiderkammer" oder sie helfen beim Ausfahren von "Essen auf Rädern".

dpa


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