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Jobcenter Kirche: Arbeitssuche für Tebartz-van Elst geht weiter

Kirche Jobcenter Kirche: Arbeitssuche für Tebartz-van Elst geht weiter

Die Kirche sucht weiter nach einem neuen Posten für den abberufenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Nach Einschätzung von Wolfgang Rösch von der Bistumsleitung könnte der Kirchenmann vor einem beruflichen Neuanfang im Ausland stehen.

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Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Limburg. Die Diözese selbst habe auf eine Entscheidung allerdings keinen Einfluss, diese treffe vielmehr die Bischofskongregation in Rom, sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle am Freitag. In einem Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" (Freitag) hatte Rösch zuvor gesagt, die Weltkirche stehe Tebartz-van Elst offen. Konkrete Pläne nannte er aber nicht.

"Die neue Aufgabe wird wohl nicht im deutschsprachigen Raum sein", mutmaßte Rösch, der Stellvertreter des Apostolischen Administrators, Weihbischof Manfred Grothe. In Deutschland könne es keinen unbefangenen Neuanfang geben. Wichtig sei aber eine schnelle Lösung: "Jeder Tag länger im Bistum macht es schwerer - für ihn und für das Bistum."

Der Papst hatte Tebartz-van Elst Ende März wegen des Finanzskandals um den neuen Bischofssitz und der Kritik an dessen Führungsstil abberufen. Einen Nachfolger für ihn gibt es noch nicht. Bis die Suche nach diesem beginnen könne, werde es dauern: "Wir müssen erst mal eine Atmosphäre schaffen, in der ein Wahlverfahren eingeleitet werden kann", sagte Rösch.

Weihbischof Grothe, nach der Abberufung von Tebartz-van Elst eingesetzter Verwalter für das Bistum Limburg, rechnet Rösch zufolge sogar mit Jahren: "Er geht davon aus, dass er noch ein oder zwei weitere Geburtstage in dieser Funktion mit uns erleben wird."

Mit neuen Strukturen im stark umstrittenen Verwaltungssystem des Bischöflichen Stuhls will das Bistum zunächst verhindern, dass sich Finanzskandale wiederholen. "Wir werden das von Bischof Tebartz-van Elst geänderte Statut neu verfassen." Dieses Statut aus dem April 2011 beschreibt im Wesentlichen die Pflichten des Bischofs, aber auch die Zuständigkeiten des umstrittenen Verwaltungsrates im Umgang mit dem Vermögen. Auch die Methoden der Rechnungslegung werden darin detailliert beschrieben.

"Die Abläufe sollen wieder stärker ins Ordinariat angebunden werden", sagte Rösch. "Wir müssen ja das Bistum nicht neu erfinden, sondern die Strukturen, die es gibt, wieder heilen." Teil der Strukturreform werde auch der dreiköpfige Vermögensverwaltungsrat, 2010 von Bischof Tebartz-van Elst ins Leben gerufen: "Das Gremium soll unabhängig bleiben, aber stärker ins Ordinariat integriert werden", sagte Rösch.

Wie eine Art Controlling beaufsichtigt der Rat Einnahmen und Ausgaben des im "Bischöflichen Stuhl" versammelten Amtsvermögens des Bischofs. Das Trio hatte sich im Finanzskandal völlig überrascht von der Kostenexplosion gezeigt und beklagt, der Bischof habe sie jahrelang "hinters Licht geführt".

dpa

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