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Höchste hessische Auszeichnung für Kardinal Karl Lehmann

Auszeichnungen Höchste hessische Auszeichnung für Kardinal Karl Lehmann

Er gilt als liberaler Brückenbauer, ist aber auch dafür bekannt, deutlich Position zu beziehen. Kardinal Karl Lehmann, der frühere Bischof von Mainz, wurde für sein Lebenswerk geehrt.

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Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann lacht.

Quelle: Boris Roessler/dpa

Wiesbaden. Der frühere Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, hat die höchste Auszeichnung des Landes Hessen erhalten. Lehmann sei ein "herausragender Brückenbauer" zwischen Kirche und Staat, erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch bei der Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille. Die Hessen hätten Kardinal Lehmann tief in ihr Herz geschlossen. Zweidrittel aller Katholiken der Diözese Mainz lebten hier, sagte Bouffier im Biebricher Schloss in Wiesbaden. Lehmann war von 1983 bis 2016 Bischof von Mainz. Das ist die drittlängste Amtszeit in der Geschichte des Bistums.

In Anspielung auf das Motto "Hesse ist, wer Hesse sein will" sagte Bouffier weiter, in diesem Sinne sei Lehmann ebenfalls ein Hesse, auch wenn er bekennender Mainzer sei. Lehmann habe stets die Nähe zu den Menschen gesucht, erklärte Bouffier. Statt auf den Kampf der Kulturen habe er auf das Verstehen der Kulturen gesetzt. Lehmann betonte, er freue sich über den freundlichen Umgang, der im Land gepflegt werde, sowohl im politischen Geschäft, aber auch zwischen Kirche und Religionen.

Lehmanns Ehrung markierte den Auftakt der Feierlichkeiten am Mittwoch zum 70. Geburtstag des Landes. Für den Nachmittag stand eine Sondersitzung des Landtags auf dem Programm. Am Abend sollte im Wiesbadener Kurhaus die große Geburtstagsparty mit geladenen Gästen steigen.

Die höchste Auszeichnung Hessens geht seit 1965 an Persönlichkeiten, die sich nachhaltig für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben. Der frühere hessische Innenminister Leuschner (1890-1944) wurde als Widerstandskämpfer von den Nazis ermordet. Lehmann ist der 226. Träger der Medaille, die zuvor unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Erfinder des Computers, Konrad Zuse, erhalten haben.

dpa

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