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Hessen nimmt mehr als 500 Flüchtlinge aus Ungarn auf

Migration Hessen nimmt mehr als 500 Flüchtlinge aus Ungarn auf

Nach einer aufreibenden Odyssee über Ungarn können 500 bis 700 Asylsuchende jetzt eine Unterkunft in Hessen finden. Mehrere Züge sollen sie herbringen.

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Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU).

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Wiesbaden. Nach der Ausreise von mehreren tausend Flüchtlingen aus Ungarn sollen 500 bis 700 von ihnen nach Hessen kommen. Die ersten aus Syrien und anderen Ländern geflohenen Menschen wurden am Samstagabend erwartet, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums mitteilte. Mit welchen Zügen die geflüchteten Menschen ankommen sollten, blieb am Samstag zunächst unklar.

So wurde nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei am Abend ein Zug mit etwa 200 Flüchtlingen in Richtung Fulda/Kassel erwartet. Es sei aber nicht bekannt, wo sie aussteigen würden. Nach anderen Informationen wurde auch mit der Ankunft von Zügen in Frankfurt gerechnet. Dort bereiteten sich Aktivisten darauf vor, die Flüchtlinge willkommen zu heißen und riefen dazu auf, Getränke, Lebensmittel, Babynahrung und Geschenke mitzubringen.

Nach ihrer Ankunft sollen die Flüchtlinge nach Angaben des Sozialministeriums in eine soeben eröffnete Unterkunft in Neu-Isenburg sowie in andere Standorte der hessischen Erstaufnahme gebracht werden. In einem ehemaligen Druckereigebäude der "Frankfurter Rundschau" in Neu-Isenburg gibt es seit Samstag Platz für bis zu 700 Menschen. Mittlerweile kommen neue Asylsuchende in Hessen an mehr als zehn Standorten unter, auch in Zelten.

"Die Flüchtlinge, die nunmehr aus Ungarn weiterreisen dürfen, werden nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt", erklärte das Sozialministerium in Wiesbaden.

Jetzt müsse der Bund "endlich handeln und uns unterstützen", forderte der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Wie alle anderen Bundesländer stoße auch Hessen "durch die weiter steigenden Zahlen und plötzlichen Zuweisungen durch den Bund wie diese" an die Grenzen der verfügbaren Kapazitäten.

Die jetzt erwarteten Flüchtlinge waren in den vergangenen Tagen in Ungarn an ihrer Weiterreise gehindert worden. Viele von ihnen machten sich daraufhin zu Fuß auf den Weg zur österreichischen Grenze. Am Freitagabend beschloss die Regierung in Budapest dann, die Flüchtlinge in Bussen zur Grenze zu bringen. Am Samstag trafen mehr als 6500 Flüchtlinge in Österreich ein. Sie reisten dann in Zügen weiter nach Deutschland.

Flüchtlinge werden in Deutschland nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Er wird jedes Jahr entsprechend der Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der Länder berechnet.

dpa

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