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Hessen erinnert an Urteile im Auschwitz-Prozess vor 50 Jahren

Geschichte Hessen erinnert an Urteile im Auschwitz-Prozess vor 50 Jahren

Fünf Jahrzehnte nach dem Abschluss des Frankfurter Auschwitz-Prozess werten Landesregierung und Opposition das Verfahren als historischen Wendepunkt. Ihre Anerkennung gilt vor allem dem damaligen Chefankläger Fritz Bauer.

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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Wiesbaden/Frankfurt. Regierung und Opposition in Hessen haben den 50. Jahrestag der Urteile im Frankfurter Auschwitz-Prozess als bedeutenden Einschnitt im Umgang mit der NS-Vergangenheit gewürdigt. Das am 19. August 1965 beendete Verfahren sei ein Wendepunkt gewesen, erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. SPD-Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel sprach von einer aufrüttelnden Wirkung in Deutschland, "das in der Adenauer-Zeit in bleierne Ruhe gefallen war".

Beide Politiker stellten die Rolle des damaligen hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer heraus, der trotz großer Widerstände die Eröffnung des Prozesses gegen 22 Angeklagte erreichte. Sie mussten sich für ihre Beteiligung am Mord an Millionen Juden in Auschwitz verantworten. Der Prozess markiere "das Ende der Verdrängung und den Beginn der offenen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland", sagte Bouffier, der derzeit auch Bundesratspräsident ist. Bauer sei "ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen und für die Gerechtigkeit" gewesen.

Während ehemalige Nationalsozialisten und SS-Leute in der frühen Bundesrepublik wieder zu Amt und Würden gekommen seien, habe sich Bauer massiven Anfeindungen ausgesetzt gesehen, sagte Schäfer-Gümbel. "Sein Mut hat maßgeblich dazu beigetragen, die schreckliche deutsche Vergangenheit aufzuarbeiten."

dpa

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