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Hessen diskutiert über Wege für die Flüchtlingsintegration

Flüchtlinge Hessen diskutiert über Wege für die Flüchtlingsintegration

Zehntausende Menschen sind in diesem Jahr als Flüchtlinge nach Hessen gekommen - viele dürfen dauerhaft bleiben. Wie die Integration gelingen kann - darüber hat der Asylkonvent am Mittwoch beraten.

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Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Quelle: Arne Dedert

Wiesbaden. Wie können Flüchtlinge in Hessen dauerhaft ein neues Zuhause finden? Über diese Frage haben am Mittwoch in Wiesbaden Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppen mit der Landespolitik diskutiert. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zeigte sich nach dem Treffen optimistisch: "Natürlich schaffen wir das. ... Aber niemand ist der Auffassung, dass das ganz leicht ist", sagte er.

Viele Herausforderungen stünden noch bevor, etwa wenn immer mehr Kinder aus Flüchtlingsfamilien einen Kita-Platz beanspruchten. "Wir werden auch die schwierige Aufgabe meistern müssen, zu verstehen, dass viele Menschen gerne dahin gehen, wo viele andere sind, die sie kennen, die die gleiche Sprache sprechen", sagte Bouffier. Es müsse aber alles getan werden, um Ghettos zu verhindern.

An der Konferenz hatten neben Regierung und Fraktionen des Landtags rund 50 Experten teilgenommen. Nach dem ersten Spitzentreffen im Oktober waren Fachgruppen zu den Themen Arbeitsmarkt, Gesundheit, Wohnen, Bildung, Sicherheit, Ehrenamt und Integration gebildet worden.

Die Linken-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Janine Wissler, kritisierte, dass die Betroffenen zu wenig zu Wort kämen. "Wir reden über Muslime, nicht mit Muslimen", sagte sie. Zudem sei die Hilfsorganisation "Pro Asyl" nicht vertreten.

Der DGB mahnte für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt dringend neue Strukturen an, um die Integration von Flüchtlingen "überhaupt erst in der notwendigen Größenordnung" zu ermöglichen. Nach den Worten von Bouffier wurde auf dem Konvent unter anderem ein System diskutiert, mit dem individuelle Fähigkeiten besser erfasst werden können.

Mehr als 100 000 Menschen sind nach Angaben des Sozialministeriums in diesem Jahr als Flüchtlinge nach Hessen gekommen, rund 70 000 davon blieben. Das Land will im kommenden Jahr über eine Milliarde Euro in die Flüchtlingshilfe stecken. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte äußerte die Befürchtung, der Spielraum für den Asylkonvent sei begrenzt, da der Etat bereits festgeklopft sei.

dpa

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