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Herber Dämpfer für Hoffnung auf Erfolg beim Bildungsgipfel

Bildung Herber Dämpfer für Hoffnung auf Erfolg beim Bildungsgipfel

Die Hoffnungen auf einen Erfolg des Bildungsgipfels haben einen kräftigen Dämpfer erhalten. Ein Bündnis aus kritischen Vertretern von Schülern, Lehrern und Eltern drohte am Dienstag erneut mit dem Ausstieg aus der Expertenrunde, sollte die Landesregierung nicht auf ihre Forderungen eingehen.

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Der Bildungsgipfel berät über Schulpolitik.

Quelle: Frank Rumpenhorst/Archiv

Wiesbaden. Die schwarz-grüne Koalition reagierte mit Enttäuschung und Unverständnis auf den Vorstoß wenige Wochen vor dem Abschluss des Gipfels. Die Regierungsfraktionen seien weiter zu Kompromissen bereit, hieß es. Mit Ultimaten und unumstößlichen Forderungen sei aber kein Dialog möglich. Ein Sprecher des Kultusministerium betonte dennoch, es gebe weiter die Chance auf einen Konsens.

Der Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Jochen Nagel, begründete die Haltung des Bündnisses damit, dass es "allenfalls minimale Bewegung, aber keine substanziellen Fortschritte" gebe. "Wir sind kompromissbereit, aber wir lassen uns nicht an der Nase herumführen."

Nagel betonte jedoch, dass die Gruppe bis zur letzten Arbeitsgruppensitzung teilnehmen werde. "Und wenn wir nicht auf Kompromissbereitschaft setzen würden, hätten wir schon jetzt gesagt: Es ist Schluss. Wir wollen das kleinste Lichtchen nicht austreten." Bis spätestens Ende Juni wolle das Bündnis eine Rückmeldung geben, wie es weitergehen wird.

Der Sprecher von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) betonte, dass das Ministerium auch weiter an ein gutes Ende des Gipfels glaube. Da das Bündnis weiter in den Arbeitsgruppen mitarbeiten wolle, werde weiter die Chance gesehen, zu einem Konsens zu kommen.

Nagel kritisierte vor allem die Umschichtungspläne des Landes bei den Lehrerzuweisungen. Wegen der Ganztagsbetreuung, Sprachförderung und dem gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht-behinderter Kinder wolle das Ministerium etwa 1000 Stellen umschichten. Darunter würden vor allem Grundschulen und gymnasiale Oberstufen leiden. "Für uns ist völlig klar, wenn eine solche Linie bleibt mit Zuweisungskürzungen und ohne substanzielle Fortschritte, dann steht die Teilnahme an der letzten Sitzung des Bildungsgipfels mehr als infrage."

Auch den Vorschlag der Landesschülervertretung für einen Kompromiss zur künftigen Schulstruktur kritisierte der Gewerkschafter. Das von Lorz unterstützte Zwei-Säulen-Modell sieht vor, dass die Gymnasien in ihrer heutigen Form bestehenbleiben. Daneben soll es die Gesamtschule geben, die sich in drei Bereiche aufteilt: Die Kooperative Gesamtschule, die Integrierte Gesamtschule und eine "Sekundarschule", in der die Haupt- und Realschule zusammenfließen werden.

"Wir sehen hier den Versuch der Landesschülervertretung, gegen eine Betonfraktion Fortschritte erzielen zu wollen." Allerdings sei es "völlig inakzeptabel", wenn Kinder ab der siebten Klasse in jahrgangsbezogenen Kursen und mit Fokus auf den angestrebten Abschluss unterrichtet werden. Die Aufgliederung der Gesamtschule in drei Bereiche sei ein "künstliches" Modell.

Am 8. Juni findet die letzte Sitzung der Arbeitsgruppe zur künftigen Schulstruktur statt, vier Tage später müssen die Empfehlungen an das Kultusministerium geschickt werden. Das abschließende Treffen des Bildungsgipfels ist am 17. Juli. Dann sollen die Ergebnisse der fünf Arbeitsgruppen vorgestellt werden, um eine Einigkeit über die Schulpolitik der nächsten zehn Jahre herzustellen.

dpa

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