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Grüne Agrarministerin sieht beim Öko-Landbau Fortschritte

Agrar Grüne Agrarministerin sieht beim Öko-Landbau Fortschritte

Ein Jahr nach dem Beginn der Förderung des Ökolandbaus in Hessen meldet Agrarministerin Priska Hinz erste Erfolge. 180 Bauern hätten sich seitdem zum Umstieg entschlossen, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag in Wiesbaden.

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Hessens Agrarministerin Priska Hinz.

Quelle: Arne Dedert/Archiv

Wiesbaden. Das seien mehr Neuanträge als in den fünf Vorjahren zusammen.

In Hessen gibt es (Stand März 2015) 1867 Öko-Bauern, das sind elf Prozent aller Landwirte. Zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche - das sind rund 88 000 Hektar und vor allem Grünland - werden nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet. Hinz spricht von einer "stolzen Bilanz" und sieht Hessen damit im Vergleich der Bundesländer auf Platz eins.

Das Land profitiert dabei aber auch von seiner kleinbäuerlichen Struktur und Mittelgebirgslandschaft, wie Hinz einräumt. Die meisten Öko-Bauern finden sich im Grünlandgürtel Mittel- und Nordhessens. Sie sind oft Nebenerwerbslandwirte, halten Mutterkühe und bewirtschaften Wiesen. Schwerpunktgebiete sind neben den Regionen Lahn-Dill und Vogelsberg auch die Rhön und der Werra-Meißner-Kreis.

Öko-Bauern dürfen zum Beispiel keine Antibiotika in der Tierhaltung einsetzen. Bis ein umsteigewilliger Bauer tatsächlich nach Ökoprinzipien arbeitet, dauert es in der Regel mehrere Jahre.

Außer den 300 Euro pro Hektar, die jeder Bauer oder Winzer in Hessen erhält, gibt es für Öko-Bauern und Umsteiger Sonderprämien, die erhöht wurden. Sieben Jahre lang fließen aus EU- und Bundesmitteln 120 Millionen Euro in Öko-Betriebe, das Land gibt zwölf Millionen dazu. Zusätzlich fördert Hinz mit einer Million Euro die fachliche Beratung und den Aufbau einer regionalen Vermarktung für Öko-Produkte.

Nur wenn regionale Produkte beim Verbraucher ankämen, könnten hessische Biobauern Erfolg haben, sagte Hinz. Die wachsenden Bio-Lebensmittelimporte aus fernen Ländern seien angesichts der langen Transportwege wenig ökologisch.

Die Gründung einer neuen Vermarktungsgesellschaft für hessische Bioprodukte, die auch mit Lebensmittelkonzernen kooperieren soll, ist im Herbst geplant. Personell verstärkt hat das Land auch die Ökokontrollbehörde in Gießen. In Fachschulen sei der Ökolandbau wieder Pflichtfach, hieß es.

Der Öko-Aktionsplan sei die richtige Antwort auf das steigende Verbraucherinteresse an Bioprodukten, erklärte die mit den Grünen regierende CDU. "Jeder Landwirt ist uns gleich viel wert", meinte der Unions-Abgeordnete Kurt Wiegel - ganz offensichtlich zur Beruhigung konventioneller Betriebe.

Die Linke-Abgeordnete Marjana Schott bezeichnete den Plan dagegen als "Selbstmarketing" und "Schönfärberei" der Agrarministerin. Bei den Umstellungsprämien für angehende Öko-Bauern liege Hessen im letzten Drittel der Bundesländer. Der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders nannte den Plan einen "ideologischen Großangriff" auf die konventionelle Landwirtschaft.

dpa

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