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Großer Beratungsbedarf zum Thema Salafismus

Extremismus Großer Beratungsbedarf zum Thema Salafismus

Im Kampf gegen Salafismus hat das Kompetenzzentrum Extremismus in Hessen einen "sehr großen Beratungs- und Unterstützungsbedarf bei betroffenen Eltern, Jugendlichen und gesellschaftlichen Institutionen" ausgemacht.

Frankfurt/Wiesbaden. "Die Arbeit der Beratungsstelle hat aber auch verdeutlicht, dass es möglich ist, gefährdete junge Menschen - auch Syrien-Rückkehrer - anzusprechen, Arbeitsbeziehungen aufzubauen und Ausstiegsprozesse zu initiieren", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wiesbaden der dpa.

Rund ein dreiviertel Jahr nach Beginn der Beratungsarbeit hat das Präventionsnetzwerk VPN (Violence Prevention Network) zu mehr als 100 Familien und 40 jungen Menschen Kontakt, wie Geschäftsführer Thomas Mücke sagte. Hessen unterstützt VPN seit 2014 und sieht sich damit bundesweit als Vorreiter. Für 2015/2016 wurden 600 000 Euro zur Verfügung gestellt.

VPN hat neben der Beratung von Syrien-Rückkehrern, radikalisierten Salafisten und ihren Angehörigen im September 2014 auch das erste Programm mit acht jungen Gefangenen im Strafvollzug begonnen. Zwei weitere Gruppenangebote sind in Planung, wie das Justizministerium mitteilte. Zudem betreut VPN die Inhaftierten auch einzeln.

Rund 650 Islamisten sind nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes aus Deutschland in die Kampfgebiete nach Syrien ausgereist, darunter sollen mehr als 70 Frauen sein - Tendenz steigend. Etwa ein Drittel ist den Angaben zufolge inzwischen zurückgekehrt. Zu rund 40 Rückkehrern liegen den Behörden Erkenntnisse vor, dass sie sich aktiv an Kampfhandlungen in Syrien oder dem Irak beteiligt haben. 75 Ausgereiste sind den Erkenntnissen zufolge in Syrien oder dem Irak ums Leben gekommen.

dpa

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