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Gedenkstätte: Abrisswelle an DDR-Grenze gerät in Vergessenheit

Geschichte Gedenkstätte: Abrisswelle an DDR-Grenze gerät in Vergessenheit

Ein dunkles Kapitel der DDR-Grenzgeschichte droht nach Experten-Einschätzung rund 25 Jahre nach der Wiedervereinigung in Vergessenheit zu geraten. Die Geschehnisse an der Berliner Mauer etwa seien allgemein sehr präsent, die Geschichte der geschleiften Höfe verblasse aber allmählich im kollektiven Gedächtnis, sagte Volker Bausch, Direktor der Grenzgedenkstätte Point Alpha, in Geisa (Thüringen).

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Die Heimatforscher Bruno Leister (l) und Wolfgang Christman.

Quelle: Jörn Perske/Archiv

Geisa. "Wir versuchen dafür zu sorgen, dass dieser Teil der Grenzhistorie nicht in Vergessenheit gerät. Es war für die Bewohner damals extrem schmerzhaft, ihrer Heimat beraubt zu werden", erklärt Bausch. Im Geisaer Museum ist ein Teil den geschleiften, sprich abgerissenen Höfen gewidmet.

Von 1952 an wurden im Zuge der Grenzertüchtigung einige Hundert Höfe und Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Die Besitzer wurden überwiegend enteignet und unter Zwang ins Landesinnere umgesiedelt. Viele Höfe wurden an regimetreue Genossen weitergegeben oder später abgerissen. Die beiden Heimatforscher und Buchautoren Bruno Leister aus Meiningen (Thüringen) und Wolfgang Christmann aus Burghaun (Hessen) recherchierten jahrelang dazu und veröffentlichten ein Buch. Nach ihren Angaben hatte die beispiellose, staatlich verordnete Abrisswelle mehrere Gründe: Die Staatsmacht habe an der Grenze freies Sicht- und Schussfeld haben wollen. Zudem sollten regimekritische Menschen aus der Grenznähe entfernt werden.

dpa

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