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Geballte Kritik an geplanten Änderungen am Schulgesetz

Landtag Geballte Kritik an geplanten Änderungen am Schulgesetz

Schüler, Eltern und Lehrer haben in der ersten Expertenanhörung im Landtag der neuen Wahlperiode die Pläne der Regierung zu Änderungen am Schulgesetz deutlich kritisiert.

Wiesbaden. "Das Chaos hätte uns erspart bleiben können, wenn die Regierung die Kraft gehabt hätte, zu sagen: Der laufende Wechsel zu G9 ist nicht möglich", sagte der Vorsitzende des Hessischen Philologenverbandes (HPV), Knud Dittmann, am Mittwoch in Wiesbaden.

Die Regierungskoalition will ermöglichen, dass auch laufende fünfte, sechste und siebte Gymnasialklassen zum Abitur nach 13 Jahren (G9) zurückkehren. Ein Wechsel setzt unter anderem die einstimmige Wahl der Eltern voraus. Neben dem Philologenverband lehnten auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie Eltern- und Schülervertreter die Pläne als nicht praktikabel ab. Der Streit über G8 oder G9 in werde in jede einzelne Klasse getragen. "Der Gesetzentwurf hat Chaos an die Schulen gebracht, bevor er überhaupt in den Landtag eingebracht wurde", sagte Landesschulsprecher Armin Alizadeh.

Auch die schulpolitischen Sprecher der Oppositionsfraktionen griffen die Vorlage der Regierung an. "Das vorgeschobene Versprechen, es allen Eltern recht zu machen, war wegen der selbst gebauten Hürden zum Scheitern verurteilt", erklärte Christoph Degen von der SPD. Die Linken-Politikerin Barbara Cárdenas verlangte, flächendeckend zu G9 zurückzukehren. Ähnlich äußerte sich Wolfgang Greilich von der FDP: "Wir fordern die Koalitionäre auf, den Gesetzesentwurf sofort zurückzuziehen."

Auch bei Befürwortern von G8 stößt das Vorhaben von CDU und Grünen auf Kritik. Die Möglichkeit des Wechsels zu G9 für laufende fünfte bis siebte Klassen wecke den unzutreffenden Eindruck, das G8-Konzept sei in Hessen durchgängig gescheitert, heißt es im Positionspapier der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VHU).

CDU und Grüne verteidigten die Pläne der Koalition. Sie gäben Wahlfreiheit, soweit es rechtlich möglich sei, betonte Hans-Jürgen Irmer (CDU). Auch die Grünen erklärten sich mit dem Vorhaben einverstanden. Ohne den Gesetzentwurf hätte es keinerlei Möglichkeit für Schüler der laufenden Klassen für eine Rückkehr zu G9 gegeben, erklärte der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Mathias Wagner.

dpa

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