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Fuldaer Bischof kritisiert Ellbogenmentalität beim Verteilungskampf

Kirche Fuldaer Bischof kritisiert Ellbogenmentalität beim Verteilungskampf

Die Gesellschaft in Deutschland ist nach Auffassung des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen durch die Flüchtlingsversorgung gefordert. "Werden wir in einem relativ reichen Land zu teilen bereit sein oder uns abschotten? Die Antwort auf diese Frage steht noch aus", sagte der Geistliche laut Redemanuskript am Mittwoch in seiner Silvesterpredigt im Dom.

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Auch Versager und Heuchler gehören zur Gemeinschaft. Foto: Arne Dedert/Archiv

Fulda. Es gebe einerseits große Hilfsbereitschaft, andererseits treffe man auf eine rücksichtslose Ellbogenmentalität beim Verteilungskampf in der Gesellschaft.

Algermissen sieht die Kirche in einem Spannungsfeld: göttlich und menschlich zugleich zu sein, dem Himmel und der Erde verpflichtet, nicht abzuheben oder jeglichem Zeitgeist zu verfallen. Sie sei Gottes Werk und Instrument, um die Menschen mit ihm und untereinander zu versöhnen, "ein Zeichen der Hoffnung für alle Welt". Wenn die Kirche ihrem hohen Ideal nicht entspreche, sei es kein Wunder, wenn viele von der Kirche Enormes erwarten und enttäuscht würden.

Es gehöre zur Wirklichkeit der Kirche, dass sie eine Heilsgemeinschaft, aber keine heile Gemeinschaft sei, so Algermissen. "Als Gemeinschaft der Gläubigen bilden wir, nüchtern betrachtet, ein Volk, zu dem auch Schwächlinge, Versager und Heuchler gehören und das seine Verwundeten mit sich schleppt, seit 2000 Jahren."

dpa

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