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Fraport soll Hausdächer sichern

Fluglärm Fraport soll Hausdächer sichern

Am Frankfurter Flughafen soll das Abdecken von Dachziegeln durch einfliegende Maschinen verhindert werden.

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Flugzeuge können Luftverwirbelungen verursachen und so Dächer beschädigen.

Quelle: Arne Dedert

Wiesbaden. Das Land will den Betreiber Fraport zur Sicherung der Dächer vor sogenannten Wirbelschleppen verpflichten. Dies kündigte Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) gestern im Landtag an. Fraport erklärte sich zur Kooperation bereit. Man arbeite bereits an einem Dachkataster.

Kein Beweis für Ursache

In den vergangenen Wochen waren in der Stadt Flörsheim mehrfach Ziegel von den Dächern geschleudert worden. In einem Fall waren es mehr als 50 Stück. Bewohner und Kommunen führen die Vorfälle auf Luftverwirbelungen (Wirbelschleppen) der einfliegenden Maschinen zurück.

Über Flörsheim steuern die Maschinen bei Ostwind die im Oktober 2011 eröffnete neue Landebahn an. Aber auch südlich des Mains in Raunheim gibt es seit Jahren Klagen über Schäden.

Wirbelschleppen gebe es an jedem Flughafen, sagte Rentsch. Die Vorfälle hätten sich jedoch jüngst gehäuft. In diesem Jahr seien bereits 18 Schäden gemeldet worden. Letztlich gebe es zwar keine Beweise, dass Wirbelschleppen zum Abdecken der Ziegel geführt hätten. „Gesunder Menschenverstand spricht dafür“, meinte der FDP-Politiker.

Opposition: Aktionismus

Die Regierung will daher Fraport mit der Sicherung der Dächer in die Pflicht nehmen und das Planfeststellungsverfahren von 2007 ergänzen. Wie der Flughafenbetreiber gestern mitteilte, sind von Fachleuten bereits 500 Dächer in Flörsheim und Raunheim inspiziert worden, um ein Kataster zu erstellen.

Die Landtags-Opposition warf dem Verkehrsminister „Aktionismus“ vor. Jahrelang habe er sich um die negativen Begleiterscheinungen des Ausbaus des Flughafens wie etwa den Fluglärm nicht gekümmert, meinten SPD, Grüne und Linke.

von Thomas Maier

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