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Flüchtlinge reisen aus Wiesbaden weiter

Migration Flüchtlinge reisen aus Wiesbaden weiter

Erstaufnahmen oder Notunterkünfte für Asylbewerber sperren niemanden ein. Viele Flüchtlinge setzen die Reise fort - so geschehen auch in Wiesbaden. Das Risiko: Sie haben weiter keinen offiziellen Aufenthaltsstatus.

Wiesbaden. Von den ersten Flüchtlingen in Wiesbadener Notunterkünften ist ein Gutteil schon nach wenigen Stunden auf eigene Faust weitergereist. In der Nacht auf Donnerstag trafen dafür weitere Neuankömmlinge mit dem Bus aus Frankfurt ein. Nach Angaben der Stadtverwaltung waren am Donnerstagmittag etwa 250 Menschen in drei Turnhallen untergebracht.

Tags zuvor waren 450 Flüchtlinge nach Wiesbaden gebracht worden. Etwa die Hälfte von ihnen reiste wieder ab - teils zu Verwandten in Deutschland, teils mit dem Ziel Nordeuropa, wie die örtliche Presse berichtete. Die Notunterkunft sei rechtlich keine Erstaufnahmeeinrichtung, in der mit der Registrierung das offizielle Asylverfahren beginnt, sagte eine Stadtsprecherin.

Selbst in den Erstaufnahmestellen kommt es vor, dass Flüchtlinge vor der Registrierung weiterreisen, bestätigte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Gießen. Die Behörde ist hessenweit für die Erstaufnahme zuständig. Die Gründe seien unterschiedlich, die Menschen wollten weiter in ein anderes Bundesland oder in einen anderen Staat ausreisen.

"Wir bieten die Möglichkeit, einen Asylantrag zu stellen, um einen Aufenthaltsstatus zu erlangen", sagte die Behördensprecherin. "Zwingen können wir dazu allerdings niemanden, denn grundsätzlich können die Flüchtlinge jederzeit die Einrichtung verlassen." Wer sich auf die Weiterreise begebe, tue das aber ohne gültigen Aufenthaltsstatus, warnte die Sprecherin.

Auch die umfassende ärztliche Untersuchung entfällt dann. In Wiesbaden waren die Neuankömmlinge nur kurz untersucht worden, um Notfälle auszuschließen. Sie erhielten eine Registrierung für die Notunterkunft. Diese diene nur dazu, den Überblick zu behalten, wie viele Menschen versorgt werden müssen, sagte eine Stadtsprecherin. Die Abreisenden gaben die Registrierung einfach am Ausgang ab. Viele liefen zur nächsten Bushaltestelle.

dpa

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